Auch wenn viele Menschen sagen, sie seien in der Natur Gott näher als in der Kirche, so brauche es die Kirchen. Das betonte Weihbischof Martin Gächter bei der Einweihung der innen neu renovierten Pfarrkirche St. Georg und Anna in Bünzen. Kirchen würden ermöglichen, Christus lebendig erfahrbar zu machen und seien der Ort, das Wort Gottes zu hören. Er weihte im Beisein von zahlreichen Gläubigen die Bünzer Kirche nach einer rund zweijährigen Renovierungsarbeiten wieder ein und freute sich mit der Kirchenpflege, den Seelsorgern der Region und allen an der Innenrenovation Beteiligten am gelungenen Werk. Der Murianer Pfarrer Georges Schwickerath führte aus, dass er und sein Pastoralteam in Zukunft gerne in dieser schönen Kirche Gottesdienste abhalten werden.

Viel Arbeit, viel Freude

Cäcilia Schriber, Präsidentin der Kirchenpflege Bünzen, freute sich, dass die Kirche «wie vor 150 Jahren aber mit moderner Technik ausgestattet» den Gläubigen übergeben zu können. Sie dankte unter anderem den vielen Helferinnen und Helfern sowie den Spendern, die es ermöglicht haben, das «auch finanziell grosse Wagnis» zu bewältigen.

Georges Rüttimann, Präsident der Baukommission, betonte, dass mit Werner Lindegger und Daniel Schumacher von den Tripol Architekten AG sowie mit Denkmalpfleger Reto Nussbaumer eine hervorragende Beratung und Zusammenarbeit bestanden habe. Er dankte auch der Firma Swisspor, bei der sämtliche Bänke und die Sakristeischränke während der Renovation kostenlos eingelagert werden konnten.

Grosse Herausforderung

Zuerst hätten sie gedacht, bei der Innenrenovation der Bünzer Pfarrkirche handle es sich in erster Linie um eine technische Herausforderung, sagte Architekt Daniel Schumacher. Als aber die alte Farbe wegen des Schimmelbefalls abgelaugt werden musste und Fragmente der früheren, illusionistischen Malerei hervortraten, «wurde die Renovation eine grosse restauratorische Herausforderung».

Er zeigte nicht nur Freude an der gelungenen Restauration, sondern auch am neu geschaffenen liturgischen Zentrum mit dem schlichten, aber massigen Altar, der gleichsam aus dem Stein des Bodenbelags wächst. Schumacher lobte die sehr konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege. Umgekehrt gab Denkmalpfleger Reto Nussbaumer den Dank zurück nicht nur an die Architekten, sondern auch an die Kirchenpflege, die Baukommission und an seine beiden Mitarbeiter Jonas Kallenbach und Heiko Dobler. «Hier haben sich Teams gefunden, die sehr gut zusammengearbeitet haben. Das ist nicht überall so.» Die Sanierung der Bünzer Kirche sei eine «der schönsten im Aargau, eventuell sogar in der ganzen Schweiz».

Nach dem feierlichen Gottesdienst, der vom Kirchenchor Boswil umrahmt wurde, waren die Besucherinnen und Besucher zum Apéro eingeladen, der von der Musikgesellschaft Bünzen begleitet wurde.