Freiamt

Die Sarmenstorfer Storchenfreunde bauen den Besuchern ein viertes Nest

Im Frühling suchen viele Störche neue Nester im Freiamt – jetzt bekommen sie noch mehr Auswahl.

Einige Dörfer warten mehrere Jahre, bis sich endlich ein Storchenpaar in den eigens für sie aufgestellten Nestern niederlässt. In Sarmenstorf dagegen kam das erste Paar schon wenige Wochen, nachdem die drei Nester unten beim Birkenhof standen. Das ist zwei Jahre her, und beide Sommer über brütete das hübsche Paar im ersten Nest gleich neben dem Birkenhof – dieses Jahr kamen gar drei Jungtiere durch und konnten beringt werden.

Ein ganz grosser Erfolg für die Storchenfreunde rund um Initiant Marco Stettler, der vor gut zwei Jahren beschlossen hatte, dass Sarmenstorf zum Storchendorf werden sollte. Einen Winter lang hat er Pause gemacht und sich sommers über die gefiederten Gäste gefreut. Jetzt hat er die Arbeit bereits wieder aufgenommen, das vierte Nest soll auf dem Riedmühle-Hof am Dorfrand Richtung Hilfikon zu stehen kommen. Aber wozu braucht es denn ein viertes Nest, wenn beim Birkenhof noch zwei leer stehen? Stettler erklärt mit seinem gewohnten Grinsen: «Das ist wie bei den Menschen, wir mögen auch nicht alle unsere Nachbarn und sind froh, wenn wir eine Auswahl an Wohnungen haben.»

Dominantes Storchenpaar

Tatsächlich habe auch «Storchenmutter» Margrith Enggist, die die drei Sarmenstorfer Jungstörche diesen Sommer für Storch Schweiz beringen konnte, bemerkt, dass das Paar, das sich auf dem Birkenhof eingenistet hat, sehr dominant sei und keine Nachbarn dulde. «Das gäbe es ab und zu, hat sie erklärt. Aber sobald ein anderes Paar ihnen die Stirn bietet und eines der beiden Nachbarnester verteidigt, wird es kein Problem mehr sein», ist sich Stettler sicher. «Dennoch wollen wir den Störchen eine Alternative bieten.»

Ihm schwebt keine genaue Zahl vor, wie viele Storchennester sein Team in Sarmenstorf – oder gerne auch in anderen Dörfern, falls Anfragen kommen sollten – aufstellen will. «Einer von uns arbeitet bei der AEW. Dort werden immer wieder hölzerne Strommasten ersetzt, von denen einige noch gut brauchbar sind. Wenn wir wieder einen haben, können wir ein neues Nest stellen, so einfach ist das.» So war es auch diesmal: Drei Masten wurden auf den Birkenhof gebracht, einen davon konnten die Storchenfreunde brauchen.

«Also überlegte ich, wo wir diesen aufbauen könnten. Ich spazierte ums Dorf und fand, bei der Riedmühle wäre ein idealer Platz.» Hofbesitzer Hildegard und Rinaldo Müller waren bald einverstanden, und so konnte am vergangenen Wochenende der Unterboden fürs neue Nest aus einer Holzpalette, Dachpappe und Brettern gefertigt werden. «Wir brauchen nochmals zwei Samstagnachmittage, dann sind wir fertig», so Stettler.

Es fehlen noch Eisen und Drähte, die das Nest fixieren, das Geflecht aus Weidenästen sowie Birkenreisig als Basis. Und die weissen Farbspränkel, verrät Stettler mit verschwörerischem Blick: «Die sollen Kot imitieren, sodass die Störche meinen, das Nest sei schon gebraucht. Das ist für sie scheinbar ein Qualitätsmerkmal.»

Aufstellen wollen sie das Nest unbedingt noch vor der Fasnacht. «Nachher hat keiner mehr Zeit im Dorf. Und ab Ende Februar könnten die Störche theoretisch schon ankommen.»

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