Drama und Glück

Die Sarmenstorfer Störche haben ein turbulentes Jahr hinter sich – bald gibt’s neue Überraschungen

In Sarmenstorf werden einzelne Einwohner besonders gefeiert: die Störche. Es ist bereits die vierte Storchensaison, die das Dorf verzeichnen kann, seit eine Gruppe von Freunden der hübschen Vögel die ersten drei Horste im Gebiet Moos aufgestellt hat.

Schon damals berührte die Geschichte viele, denn während andere Dörfer Jahre auf den Einzug eines Storchenpaares warten, kamen in Sarmenstorf schon nach wenigen Monaten die ersten jungen Störchlein im ersten Horst zur Welt. Seither haben sich Glück und Drama abgewechselt. Einmal waren es drei Storchenjunge in einem Nest, die beringt werden konnten, in einem anderen Jahr starben alle Jungtiere, weil der Frühling so nass und eisig kalt war.

Shakespeare hätte seine Freude an dem Schauspiel gehabt

Auch 2019 ging es unverändert dramatisch weiter - Shakespeare hätte seine Freude gehabt. Das Drama begann im Frühling, kurz nach der Eiablage. Auf dem ersten und am längsten bewohnten Horst direkt beim Birkenhof kam ein Storch nicht zum Nest zurück. Was mit ihm geschehen ist, ist unbekannt. Seine Partnerin oder ihr Partner - das ist bei Störchen schwer zu sagen - war fortan mit der Brut allein auf sich gestellt. «Aber das ist hoffnungslos», schreibt der Sarmenstorfer Storchenfreund Marco Stettler in seiner Storchenpost. «Die Partner lösen sich etwa alle drei Stunden ab während dreissig Tagen.»

Er berichtet weiter: «Es war schon ein trauriges Bild. Im mittleren Horst hegte das Storchenpaar seinen Nachwuchs, und der Storch im ersten Horst stand auf seinem Nestrand und hatte keine Aufgabe mehr.» Doch das Ausharren lohnte sich: Etwa seit Mitte Juli ist wieder ein Partner beim alleinstehenden Storch eingezogen. «Ob er einen Ring trägt, weiss ich noch nicht», schreibt Stettler.

So konnten Ende August drei Jungstörche in Richtung Gibraltar aufbrechen. Die Eltern folgten ihnen Anfang September wie immer getrennt. Mittlerweile haben die Storchenfreunde die Nester ausgemistet und instand gestellt. Und Marco Stettler verrät: «Um die Jahreswende kann ich mit einer Überraschung aufwarten.»

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