Es bimbelte gewaltig, als sich die Schmutzli-Schar mit ihren Schellen am Sonntagabend auf der imposanten Treppe vor der katholischen Kirche aufstellte und mit mahnend-schwarzen Gesichtern auf den Kirchenplatz starrte. Rund 2500 Kinder und Erwachsene waren gekommen, um dem grössten Chlausauszug im Aargau, der jedes Jahr am 2. Adventssonntag stattfindet, live beizuwohnen. Pünktlich um 16.45 Uhr schwangen die Kirchentüren auf, und nach und nach schritten majestätisch die zehn Wohler Chläuse auf die Kirchenterrasse und hinunter in die geduldig wartende Menge.

Hände wurden ausgestreckt, die mitgebrachten Chlaussäckli hingehalten, und die Wohler Samichläuse teilten grosszügig Mandarinli, Nüssli, Schöggeli und Chlausbatzen aus, bis auch das letzte Kind zufrieden mit vollen Taschen von dannen zog.

120 Kläuse und Schmutzli

196 Wohler Familien besuchten die zehn Chläuse mit ihren Dienern und Schmutzli in den vergangenen Tagen. Die Chlausmütter des Wohler Paramentenvereins schminkten die rund 120 freiwillig mitmachenden Jungwächtler und Firmlinge und kleideten die Chläuse in die edlen, handgewobenen Roben. «Wohlen ist der einzige Ort, den ich kenne, an dem die Chläuse in den Farben der katholischen Liturgie durch die Strassen ziehen», erzählte Chlausvater und Brauchtumsleiter Rolf Wüst. Seit Oktober hat er mit seinen Mitarbeitenden im Chlausbüro Reservationen entgegengenommen und die Chläuse für ihren Einsatz in der kurzen, aber intensiven Saison geschult. Die Rute ziehen mussten die Schmutzli in Wohlen auch in diesem Jahr äusserst selten, lachte Rolf Wüst. «Jedes Kind hat seine kleinen Macken. Im grossen und ganzen aber waren die jungen Wohler aber auch 2012 ganz brav», schmunzelte er.