Bremgarten
Die Reuss fliesst wieder ungehemmt

Die aufwändigen Wasserbauarbeiten bei der Holzbrücke wurden am Mittwoch abgeschlossen.

Lukas Schumacher
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Kurz vor Weihnachten steht der Reuss in Bremgarten wieder das ganze Flussbett zur Verfügung. Ein rund 80 Meter langer und 50 Meter breiter Abschnitt bei der Brücke war Mitte Oktober trockengelegt worden. Auf diesem Flussabschnitt – er wird von der AEW Energie AG als Einlaufkanal für die Stromproduktion im kleinen Wasserkraftwerk Bruggmühle genutzt – gelangten mehrere Sanierungsarbeiten zur Ausführung.

So die Reparatur und Stabilisierung der beschädigten Fluss-Sohle, die Erneuerung der Böschung am linken Ufer und die Instandstellung des Streichwehrs mitten im Fluss.

Rund eine Million Franken

Die Gesamtkosten der Sanierung waren auf 1,2 Millionen Franken veranschlagt. Weil die Arbeiten schneller als geplant vorankamen, dürfte die AEW Energie AG ein wenig günstiger wegkommen. Pius Schüepp von der AEW Energie AG, der Betriebsleiter der beiden Wasserkraftwerke Bremgarten-Zufikon und Bruggmühle, rechnet mit einem Betrag von knapp einer Million Franken. Pius Schüepp: «Der Bruch des Erddamms am 11. Dezember führte zu einer kurzen Verzögerung. Alles in allem aber konnte die Sanierung zügig ausgeführt werden. Die Wasserbaufachleute arbeiteten sehr effizient.»

Komplett vollendet ist das Vorhaben nicht. Am linken Reussufer muss noch eine neue kleine Anlage zum Ein- und Auswassern von Booten erstellt werden. Dies soll während zweier Arbeitstage im nächsten Jahr passieren, genauer im Februar 2011. Im Sog der soeben beendeten wasserbaulichen Sanierung liess die Einwohnergemeinde Bremgarten das kleine Bollhaus neben der Holzbrücke sanieren. Das Häuschen wies massive Beschädigungen am Gebäudesockel auf und drohte einzustürzen.

Bremgarten und Wassernutzung

Die Geschichte Bremgartens ist eng verknüpft mit der Reuss. Während Jahrhunderten war die Reuss eine viel benutzte Wasserstrasse für den Warenhandel. Auch die Nutzung der Wasserkraft trug zur wirtschaftlichen Blüte des Reussstädtchens bei. Am heutigen Standort des Klein-Wasserkraftwerks Bruggmühle (= Mühle bei der Brücke) befand sich anno 1291 eine Stadtmühle. Wasserräder auf beiden Reussufern trieben einst eine Getreidemühle, eine Spinnerei, eine Papiermühle sowie eine Walkmühle zur Herstellung von Kapuzinerkutten an.

1892 baute Caspar Hausherr bei der Bruggmühle zwei Gleichstromgeneratoren ein. Dieses Wasserkraftwerk versorgte die Strassenbeleuchtung des Städtchens mit Strom, ab 1902 auch die Bremgarten-Dietikon-Bahn und die ersten Haushaltungen im Reussstädtchen.

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