Hägglingen
Die rasende Reporterin kennt ihr Dorf

Susanne Spycher ist Ehrenschränzerin der Hächle-Zunft und auch nebst der Fasnacht vielseitig engagiert.

Dominic Kobelt
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Susanne Spycher. zvg

Susanne Spycher. zvg

Susanne das sausende Echo hat sich ihren fasnächtlichen Spitznamen verdient. Die 46-Jährige ist auf zack, und das merkt man nicht nur an der Geschwindigkeit, mit der sie spricht. «Ich bin Dorfkorrespondentin für das Echo vom Maiengrün. Wenn ich zu einem Anlass unterwegs bin, fräse ich mit meinem Roller durch das Dorf», erzählt Susanne Spycher, wie sie ausserhalb der Fasnachtszeit heisst. «Mein Mann nennt mich statt Susanne meist
Sause, und das wissen die Zünftler, deshalb wurde aus mir Susanne das sausende Echo», sagt sie und lacht.

Spycher wurde als neue Zunftmeisterin der Hächle-Zunft auserkoren und hat dieses Amt nun für zwei Jahre inne. Die rasende Reporterin kennt sich in ihrem Dorf bestens aus. «Ich schreibe gerne schöne Texte. Ich finde es aber auch sehr interessant, hinter die Kulissen zu schauen», erzählt Spycher.

Ein schwieriges Pflaster

Und was macht Hägglingen aus? «Für Neuzuzüger ist Hägglingen ein schwieriges Pflaster, aber ich fühle mich hier heimisch. Man muss sich integrieren, dann sind die Hägglinger sehr liebenswürdig – es ist ein Dorf, das zusammenhält.» Aufgewachsen ist Spycher in der Region Baden, als die Familiengründung bevorstand, hat es sie ins Freiamt verschlagen. «Seit 14 Jahren wohne ich hier, seit 12 Jahren bin ich in der Hächle-Zunft dabei.» Der Zusammenhalt im Dorf und zwischen den Vereinen, das sei es, was ihr an Hägglingen so gefalle. «Ich war zwei Mal im OK vom Jugendfest. Für keinen Verein war es ein Thema, ob er eine Festbeiz machen soll oder nicht, das war selbstverständlich, auch wenn die Zeit dazu eigentlich fehlte.»

Spycher ist Spielgruppenleiterin, Sekretärin, Hausfrau, Mutter, und eine sehr engagierte Fasnächtlerin. Hat sie die Familie mit dem Narren-Virus anstecken können? «Mein Mann ist kein Fasnächtler, aber meine beiden Töchter schon. Eine der beiden ist sogar in der Zunftzeit geboren, sie musste sich schon im Bauch Guggenmusiken anhören», verrät sie. Und was gefällt ihr an der Fasnacht? «Feiern und Freude haben – damit meine ich nicht, dass man sich betrinken muss. Sich schminken und verkleiden, und natürlich die Guggenmusiken finde ich toll.» In Hägglingen sind es der Kinder- und der Familienball, die ihr besonders zusagen. «An den kleinen Knöpfen habe ich meine Freude», sagt sie grinsend.

Ihre Aufgaben als Zunftmeisterin sind umfassend. «Plötzlich kommt wieder einer und sagt: du musst eine Ansprache halten, oder: du musst die Polonaise anführen.» Aber viel mehr Arbeit als sonst habe sie dann doch nicht, und es mache ihr Spass. «Ich freue mich schon aufs nächste Jahr.» Als Fasnachtsoberhaupt ist sie an jedem der über zehn Anlässe in Hägglingen dabei. «Ich möchte alle Vereine wertschätzen und unterstützen», sagt sie. Die Zunftmeisterin erfährt das
umgekehrt auch: «Ich habe viele Gratulationen von Leuten bekommen, bei denen ich eigentlich nicht damit gerechnet hätte, das hat mich sehr gefreut», verrät Susanne Spycher.

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