Wohlen

Die Rabattschlacht hat begonnen und Sparfüchse kommen auf ihre Kosten

Fabian Wermelinger, Filialleiter des Wohler Manors, hat während des Black Fridays viel zu tun.

Fabian Wermelinger, Filialleiter des Wohler Manors, hat während des Black Fridays viel zu tun.

Für Schnäppchenjäger ein Paradies, für Mitarbeiter gibt’s gratis Pizza – so läuft der Black Friday im Wohler Detailhandel ab.

Black Friday, schwarzer Freitag. Die aus den USA übernommene Rabattschlacht hat vor ungefähr fünf Jahren Einzug in den Schweizer Detailhandel gehalten – auch in den Wohler Detailhandel. Vom Maxim-Shop an der Zentralstrasse, der 20 Prozent auf Dekorationsartikel anbietet, zum Manor, zur Boutique Marco Di Renzo am Bärenkreisel, die alles zum halben Preis anbieten, bis zum Salt-Shop und Chicorée-Kleiderladen, in dem es auch 50 Prozent Rabatt gibt. In Wohlen kommen Sparfüchse also definitiv auf ihre Kosten.

Seit 2015 macht Manor als erster grosser Detailhändler beim Shoppingevent mit. In der Wohler Filiale waren schon am Mittwoch einige Schnäppchenjäger unterwegs: Bei der Kindermode, Papeterie und den Spielwaren lockten 30 Prozent Rabatt – und locken auch weiterhin in den anderen Abteilungen.

Das Unternehmen erzielt am Black Friday, der im Manor gar drei Tage dauert, einen dreimal höheren Umsatz als an einem normalen Freitag. Der Black Friday gilt im Unternehmen als grosser Auftakt zum Weihnachtsgeschäft, schreibt Manor. «Dementsprechend wurden die Warenhäuser, auch in Wohlen, mit Temporärstellen verstärkt.» Für die Mitarbeiter gebe es Auftankstationen mit Kaffee, Wasser, Schokolade und Früchten.

Lager wird mit 70 Personen aufgestockt

Neben Manor ist das Online-Warenhaus Digitec Galaxus, das einen Laden und ein Lager in Wohlen hat, gross im Rennen: «Wir starten kurz nach Mitternacht», sagt Sprecher Alex Hämmerli. «Bei Digitec gibt es mehr als 120 Angebote und bei Galaxus mehr als 100.» Das Interesse der Schweizer Konsumenten am Black Friday sei riesig.

Hämmerli geht davon aus, dass das Unternehmen dieses Jahr einen neuen Verkaufs- und Besucherrekord aufstellen könnte. «Wir rechnen mit deutlich über einer Million Besuchern im Shop», sagt er.

Den Shop, das Lager und die Wünsche der Kunden zu befriedigen, noch dazu wenn diese den Laden quasi stürmen und online bestellen, was das Zeug hält, tönt nach einer Herkulesaufgabe. Das ist es auch: «Wir haben für den Black Friday und das darauffolgende Weihnachtsgeschäft 150 temporäre Mitarbeiter eingestellt», sagt Hämmerli. Im Lager in Wohlen arbeiten normalerweise rund 430 Personen, am Black Friday sind es 500. Um die Mitarbeiter bei Laune zu halten, offeriere man Früchte und Süssgebäck «damit sie den Energiespeicher zwischendurch wieder auffüllen können», so Hämmerli.

Verköstigt werden auch die Mitarbeiter des Kleiderladens Marco di Renzo an der Wohler Zentralstrasse. «Je nach Filiale bekommen unsere Mitarbeiter Pizzen und feine Drinks», schreibt das Unternehmen. «Wir erwarten den drei- bis fünffachen Umsatz.» Am Freitag kann man im Geschäft alles zum halben Preis ergattern. Wie die Kleiderkette schreibt, probierten andere Detailhändler oft, am Black Friday alte Ware loszuwerden: «Nicht so bei uns», so das Unternehmen.

Vom Geldzählen schwarze Hände

Der Black Friday kommt ursprünglich aus den USA und findet traditionsgemäss immer am Freitag nach Thanksgiving statt. Laut Marktforschern haben die Amerikaner im Jahr 2017 fast acht Milliarden Dollar ausgegeben – an nur diesem einen Tag.

Woher der Name «schwarzer Freitag» kommt, ist unklar. Dazu gibt es mehrere Theorien. Eine lautet, dass die Verkäufer am Black Friday eine Chance haben, aus den roten Zahlen herauszukommen und stattdessen schwarze Zahlen schreiben. Und eine andere Erklärung ist, dass die Händler nach dem Black Friday schwarze Hände vom vielen Geldzählen haben – am Freitagabend haben das vielleicht auch die Verkäufer der Wohler Geschäfte.

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