Wohlen

Die Ortsbürger müssen Parkunterhalt weiter bezahlen

«Mit einem Nein schlagen wir eine Türe zu»: Trotz der Mahnung von Thomas Burkard (Grüne) hat der Wohler Einwohnerrat die Übernahme des Isler-Park-Unterhalts durch die Einwohnergemeinde abgelehnt. fh

«Mit einem Nein schlagen wir eine Türe zu»: Trotz der Mahnung von Thomas Burkard (Grüne) hat der Wohler Einwohnerrat die Übernahme des Isler-Park-Unterhalts durch die Einwohnergemeinde abgelehnt. fh

Der Entscheid des Einwohnerrats, den Unterhalt für den Isler-Park nicht zu bezahlen, löst Enttäuschung aus. Der Gemeinderat will nun eine neue Lagebeurteilung vornehmen. Ein Betriebsbeitrag an die Stiftung Freiämter Strohmuseum könnte ein Ausweg sein

80000 Franken pro Jahr hätte die Einwohnergemeinde für den Unterhalt des Isler-Parks bezahlen sollen. Hätte, denn eine knappe Mehrheit des Einwohnerrats hat diesen Antrag des Gemeinderats am Montag abgelehnt.

Das Nein des Dorfparlaments, das aufgrund der Stimmen von SVP, FDP und GLP/EVP zustande kam, hat Enttäuschung ausgelöst. «Gestern war die gesamte Ortsbürgerkommission und Beat Koch, Präsident der ortsbürgerlichen Finanzkommission, an der Einwohnerratssitzung anwesend. Die Kommissionsmitglieder sind über den Entscheid sehr enttäuscht», sagt Gemeindeammann Walter Dubler.

Auch in der Stiftung Freiämter Strohmuseum sei der Entscheid negativ aufgenommen worden. Dubler hält fest: «Ich kann mir vorstellen, dass auch einige der 770 Mitglieder des Vereins Freunde Strohmuseum den Entscheid des Einwohnerrates nicht verstehen werden.»

Ortsbürger bezahlen Parkunterhalt

Positiv ist aus Dublers Sicht ein-zig, dass die bisherigen Leistungen der Einwohnergemeinde (EDV-Einrichtung, Anschluss Telefonzentrale, Lohnadministration, Versicherung) für rund 7000 Franken weitergeführt werden. «Die Unterhaltskosten für den Park trägt aber weiterhin die Ortsbürgergemeinde», bedauert der Wohler Gemeindeammann.

Dies hatte an der Einwohnerratssitzung unter anderem Edi Brunner (SVP) gefordert. «Die Ortsbürgergemeinde steht finanziell viel besser da als die Einwohnergemeinde», argumentierte er. Gemeinderat Ruedi Donat entgegnete, die Ortsbürger hätten sich für das Strohmuseum schon stark engagiert. «Das ganze Projekt kostet rund 8,5 Mio. Franken, für den Umbau nehmen die Ortsbürger gut 4 Mio. Franken in die Finger.»

Daniel Angst (FDP), Präsident der Finanzkommission, anerkannte das Engagement der Ortsbürger. «Es geht hier aber nicht um Wertschätzung, sondern um Vernunft», sagte er mit Blick auf die möglichen wiederkehrenden Kosten von 80000 Franken.

Sandra Lehmann (GLP) brachte grundsätzliche Überlegungen vor. «Die primäre Aufgabe der Ortsbürger ist die Verwaltung ihres Vermögens.» Dazu gehöre nach dem Kauf auch die Villa Isler und der Park. «Deshalb müssen die Ortsbürger diese Liegenschaft pflegen», meinte Lehmann.

Betriebsbeitrag als Ausweg?

Fraktionskollegin Barbara Gsell (EVP) brachte die Idee ins Spiel, die Einwohnergemeinde könnte sich mit einem Beitrag an die Stiftung Freiämter Strohmuseum am Betrieb beteiligen. Auf eine konkrete Nachfrage von Gemeinderat Ruedi Donat, ob die GLP/EVP bereit wäre, einen jährlichen Beitrag von 65000 Franken zu sprechen, sagte Alain Thiébaud (GLP): «Dafür müsste ein Betriebskonzept inklusive Leistungsvereinbarung vorliegen, und der Gemeinderat müsste einen solchen Antrag stellen.»

Auf diese Möglichkeit angesprochen, gibt Gemeindeammann Walter Dubler keine konkrete Antwort. Im Voranschlag 2013 der Einwohnergemeinde seien 36000 Franken für den Mietzinsaufwand für das Strohmuseum am Bankweg 2 enthalten, sagt er. Dieser Betrag entfalle durch den Umzug des Museums in die Villa Isler. Dubler: «Der Gemeinderat wird eine Lagebeurteilung vornehmen und festlegen, wie er damit umgeht.»

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