Niesenberg
Die Operetten-Collage um ein Kavaliersdelikt mit grosser Bedeutung

Das Seetaler Operetten-Ensemble «Die Fledermäuse» zeigt im idyllischen Hof der Wirtschaft Niesenberg im August ihre neueste Produktion.

Fritz Thut
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Hanna Matti, «Niesenberg»-Wirt Jürg Meyer (hinten) und Ulrich Fischer . tf

Hanna Matti, «Niesenberg»-Wirt Jürg Meyer (hinten) und Ulrich Fischer . tf

Fritz Thut

Bereits zum sechsten Mal verwandelt sich der idyllische Innenhof der Wirtschaft Niesenberg in eine Operettenbühne. Zwischen Speicher und Brunnen wird an vier Abenden zwischen dem 4. und dem 11. August zu einem Nachtessen eine Operettencollage aus der Feder von Hanna Matti, dem Kopf des Operettenensembles «Die Fledermäuse», gegeben. Matti, die diesmal als Ideenlieferantin und Autorin sowie als Produktionsleiterin und Regisseurin auftritt, hat für sich selbst auf der Bühne nur eine Sprechrolle als Dienerin vorgesehen: «Regie führen und selbst singen ist nicht optimal», begründet sie diese Disposition.

Nach dem mit Chor gefeierten Jubiläum vor zwei Jahren ist in diesem Jahr ein Sänger-Quartett mit vier bekannten Solisten im Einsatz: Jacqueline Oesch (Sopran), Regula Zimmerli (Mezzosopran), Niklaus Rüegg (Bariton) und Raimund Wiederkehr (Tenor). Sie werden bekannte und weniger bekannte Lieder von verschiedenen Komponisten zum Besten geben. «Erstmals kommen nicht nur Stücke aus Operetten zum Zug, sondern auch solche aus Komischen Opern», stellt Matti eine Neuerung in Aussicht. Mit den zwei Arien aus Gioacchino Rossinis «Barbier von Sevilla» und Stücken von Jacques Offenbach kann Matti aufzeigen, dass die Herren Komponisten einander auch schon mal abgeschrieben haben.

Ein Kavallerie-Delikt?

Für das Publikum ist die Handlung von «Ein Kavaliersdelikt» jedoch ungleich wichtiger als musikhistorische Spitzfindigkeiten. Und da hat sich Hanna Matti wieder einen passenden Stoff ausgedacht, der die verschiedenen Gassenhauer ideal miteinander verbindet. «Es ist eine operettenhaft-banale Geschichte, die aber auch in der heutigen Zeit ihre Gültigkeit hat.»

Der Titel der Collage lässt einiges (h)offen. Vertigo von Niesenberg, ein Kavallerie-Oberst ausser Dienst will seine reiche Ziehtochter Laura heiraten, um an ihr Geld zu kommen. Doch sie liebt den feschen Grafen Lindoro von Wildenstein. Diesen kann sie jedoch nur treffen, wenn er sich als Gesangslehrer ausgibt.

Eine wichtige Rolle spielt auch Grossherzogin Hortense von Gerolstein, die vorerst als Hausiererin in die Szenerie platzt und als Heiratsvermittlerin amtet. Irrungen und Wirrungen gibt es – wie es sich gehört – zahlreiche und eventuell ist das Kavaliersdelikt ein Kavallerie-Delikt. «Vielleicht gibt es am Schluss ein Happy End, oder auch nicht», lässt Hanna Matti den Ausgang offen.

Der Vorverkauf läuft

Pro Abend können 220 Personen die Niesenberg-Operette geniessen, mit den drei Gängen, die zwischen den Akten serviert werden. «Der Vorverkauf ist gut angelaufen. Bei grossem Interesse planen wir eine Zusatzvorstellung», sagt «Niesenberg»-Wirt Jürg Meyer und fügt an: «Jetzt muss nur noch das Wetter stimmen.»

«Ein Kavaliersdelikt»: Wirtshaus Niesenberg in Kallern/Oberniesenberg. Aufführungsdaten: 4., 7., 8. und 11. August. Apéro 18.30 Uhr, Vorstellungsbeginn 19 Uhr. – Reservationen ab sofort unter 079 217 06 35.

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