470 Tonnen CO2 pro Jahr wird die Firma Swisspor AG in Boswil ab diesem Herbst sparen. Denn künftig wird sie ihre Energieversorgung mit Erdgas anstelle von Erdöl decken. Die Baubewilligung für die fünf Kilometer lange Erdgasleitung von Wohlen bis Boswil ist erteilt worden, Baubeginn ist am 6. Juni. Wenn alles gut läuft, kann die Swisspor bereits acht bis zehn Wochen später den Erdgas-
anschluss in Betrieb nehmen.

Zehn Meter von den Gleisen

Die Verlegung der 16 Zentimeter breiten Röhre war ursprünglich noch näher entlang der Bahnlinie geplant. «Weil die SBB jedoch in unbestimmter Zeit ein drittes Gleis durchs Freiamt realisieren möchten, haben wir die Leitungsführung etwas verschoben», erklärt Urs Münger, Geschäftsleiter der IBW Technik AG, welche die Leitung im Auftrag des Mutterhauses IB Wohlen AG erstellt. «Denn innerhalb von zehn Metern neben einem Gleis müsste die Leitung zwei Meter unter dem Boden verlegt werden, überall sonst nur einen Meter bis 80 Zentimeter.»

Die IB Technik AG will das Rohr einpflügen, wo dies möglich sei. So werde einerseits der Boden weniger belastet, andererseits sei diese Methode auch deutlich günstiger, als die Leitung im Tagebau zu verlegen. «Wenn wir die Leitung einpflügen können, sind Tagesleistungen von 300 Metern und mehr möglich», erläutert Münger. Die neue Leitungsführung verläuft ab Wohlen mehrheitlich unter oder neben den Flurwegen und unterquert dabei insgesamt acht offene oder eingedolte Bäche. Die betroffenen Landbesitzer sollen mit einer Durchleitungsgebühr von Fr. 4.20 pro Meter und Jahr entschädigt werden.

«Wir wollen vorbildlich sein»

«Die Idee ist entstanden, als die Swisspor mit dem Wunsch auf uns zukam, den Energiebedarf umweltfreundlich zu decken», blickte Peter Lehmann, Geschäftsleiter der IB Wohlen AG, während der Projektvorstellung im November zurück. Für Swisspor sei klar, «dass wir vorbildlich sein wollen, was die Umwelt angeht, und den Slogan ‹Saving Energy› auch konkret umsetzen», betonte Daniel Schneiter, Energieberater der Swisspor AG in Boswil, an der Infoveranstaltung. «Mit der Energie aus den eingesparten Emissionen könnte man mit einem Mittelklassewagen rund 2,5 Millionen Kilometer weit fahren», erläuterte Schneiter.

Aus der Versammlung im November wurde die Frage gestellt, ob ein Anschluss an die bestehende Gasleitung bei Bünzen möglich wäre, statt die neue Leitung zu bauen. Urs Münger antwortete, dies sei nicht möglich, denn «die Auflagen für eine Auskoppelung wären so hoch, dass die Kosten stark stiegen und das Ganze unrentabel würde».