Jonen
Die Nationalmannschaft des aargauischen Jugendspiels

Aargauer Jugend Brass Band beeindruckte auf sehr hohem Niveau. Mit jugendlichem Charme, unglaublicher Präzision und einem Gesamtklang, dem die Mehrzweckhalle Jonen kaum gerecht wurde, zeigte die AJBB, welch riesiges Talent im Kanton Aargau steckt.

Samuel Schumacher
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Um das gleich vorwegzunehmen: Was die 59 jungen Bläserinnen und Bläser der Aargauer Jugend Brass Band (AJBB) am Samstagabend in der Mehrzweckhalle Jonen boten, war mehr als beeindruckend. Nach einer intensiven Probewoche auf dem Herzberg in Asp, wo die musikalischen Talente mit den zugezogenen Registerlehrern täglich neun Stunden probten, boten die beiden Formationen der AJBB eine Show, die selbst gestandene Brass-Konzertgänger aus den Socken haute. Mit jugendlichem Charme, unglaublicher Präzision und einem Gesamtklang, dem die Mehrzweckhalle Jonen kaum gerecht wurde, zeigte die AJBB, welch riesiges Talent im Kanton Aargau steckt.

Westernwelt und Frühlingswiese

Eröffnet wurde der Konzertabend von der B-Band der AJBB unter der Leitung des Freiämter Dirigenten Markus Steimen. Christoph Walters «Just in Time» wäre der perfekte Soundtrack für einen sentimentalen Western gewesen: Die B-Band machte das emsige Stadtleben, die schiesswütigen Cowboys und die heranreitenden Indianerhorden förmlich greifbar. Beeindruckend auch die schnellen Xylofon-Läufe, die die Western-Welt immer wieder hell und klar durchdrangen. Mit dem Glarner Mundartlied «Stets i Truure» bestätigten die 31 B-Bandler, welch feinfühlige und filigrane Harmonien man den mächtigen Blechinstrumenten entlocken kann.

Quelle: youtube

Mit donnernden Paukenschlägen und zügigen Rhythmen marschierte die B-Band durch «La fanfare du printemps» von Joseph Bovet und flanierte unbekümmert durch die spriessenden Blumenwiesen der frühlingshaften «Queen’s Park Melody» von Jacob de Haan. Mit «It’s Showtime» von Goff Richards schloss die B-Band ihren wilden Ritt durch die Sphären der Brass-Musik ab.

Lukas Isler mit umwerfendem Solo

Der Luzerner Gastdirigent Peter Stadelmann und die A-Band der AJBB wählten für ihren Auftritt einen Einstieg mit Lokalbezug: Derek Broadbents «Lenzburg», ein pompöser Marsch mit schnellen Läufen und glühenden Rhythmen, in denen man die gemütliche Stadt kaum erkannte. Hohe Konzentration und schnelle Finger forderte auch Jan de Haans «Harmony Festival», eine Hommage an Johann Sebastian Bach. Die düsteren Fanfaren-Klänge und das immer wiederkehrende Motiv legten einen unglaublichen Soundteppich für ein wunderschönes Kornett-Solo, mit dem der Freiämter Kornettist Lukas Isler für den musikalischen Höhepunkt an diesem ohnehin hochstehenden Konzertabend sorgte.

Mit Alan Silvestris oft gespieltem «Forrest Gump», dem rhythmusbetonten, orientalisch klingenden «Sahara» von Richard Graham und der mächtig über die gut 200 Zuhörer
hereinbrechenden «Wall of Sound» von Paul-Lovatt Cooper beschloss die AJBB ihr Konzert. Sie setzte den Solothurner Marsch oben drauf und machte mit dem Evergreen «Bakerstreet» schliesslich klar, wie ernst es der selbst ernannten «Nationalmannschaft des aargauischen Jugendspiels» mit ihrem Hobby ist.