5. Januar 1988, 20 Uhr: Im Restaurant Kreuz in Jonen wird eine Guggenmusik gegründet. Die damals noch namenlose Gugge sollte für den Erhalt einer guten Kameradschaft und für die Pflege und Förderung der Guggenmusik an der Fasnacht sorgen. 30 Jahre, drei Namen und viele Logos später zählen die Näbelgeischter 46 aktive Mitglieder und ihre Näbelgeischter-Nacht ist eine der beliebtesten Veranstaltungen der Umgebung. Weitherum ist bekannt, dass früh anstehen muss, wer noch reingelassen werden will.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Passend zu ihrem 30-Jahr-Jubiläum hat es, dank Abriss der Turnhalle, platz für ein grosses Zelt neben dem Säntis Schulhaus. So dürfen in diesem Jahr mit 1600 rund 800 Fasnächtler mehr als in den Vorjahren eingelassen werden. Trotzdem bleiben die Regeln streng: Wer sich beim Verkleiden keine Mühe gibt, bleibt draussen. Auch Anzüge, simple Strassenbekleidung mit Masken oder Militärklamotten genügen nicht.

Näbelgeischter Manhattan

Näbelgeischter Manhattan

Die Näbelgeischter Jonen an der Gässlifasnacht 2012 in Bremgarten.

Viele Veränderungen

In 30 Jahren ändert sich viel. So auch die Aufgaben des Präsidenten. «Ich hatte es damals viel einfacher», erzählt Susanne Bertholet, ehemalige Präsidentin der Näbelgeischter. Als sie von 1993 bis 1998 Präsidentin der Gugge war, habe sie nicht so viele Gesetzte befolgen und so viele Bewilligungen einholen müssen wie Lucas Burri, der jetzige Präsident. Aber nicht nur die Auflagen der Feuerpolizei und der Gemeinde wurden strenger: «Auch die Bedürfnisse des Publikums haben sich geändert.» So sei das musikalische Niveau höher als früher und die Stücke werden mehrstimmig gespielt.

Seit der Gründung hat sich aber auch die Fasnacht an sich geändert. «Früher war die Fasnacht ein Dorffest. Heute kann man sie mit Musikfestivals vergleichen. Die Bälle werden nicht mehr von Vereinen, sondern von den Guggen selber organisiert», erzählt Burri. Er sehe das aber nicht negativ. Auch die Joner Gugge hat sich für zu ihrem Jubiläumsjahr eine Neuerung einfallen lassen. Neu gibt es am Abend der Näbelgeischter-Nacht auch noch die Polterstube. Die Festwirtschaft mit Unterhaltung ist gratis zugänglich.

Die Helden aus dem Freiamt

Die Traditionen der Näbelgeischter konnten den Veränderungen der Jahre standhalten. So zum Beispiel die Poltergeischter und die Greenhörner (siehe Box). Aber auch die Fahrgemeinschaften bestehen schon seit Jahren. «Manche Routen der Fahrgemeinschaften machen schon lange keinen Sinn mehr, da viele in der Zwischenzeit umgezogen sind. Trotzdem fahren immer noch die gleichen Leute miteinander zu den Auftritten», lacht Lucas Burri.

Lustig wirds auch, wenn die Musiker mit dem Car unterwegs sind. «Einmal, als wir in Oberrüti spielten, teilten wir dem Carfahrer mit, dass wir nicht vor 2 Uhr nachts losfahren. Das hat sich ziemlich schnell rumgesprochen. Um 2 Uhr war unser Car gestossen voll und wir die Helden des Freiamtes», erinnert sich Burri lachend. Dass die Näbelgeischter immer die Letzten sind, die den Ball verlassen, sei bekannt. Deshalb auch ihr Motto: «Mer chönd’s ned besser, aber länger.»