Die Näbelriiter haben «Jubiläumsfieber»

Die Niederwiler Clique feiert ihr 20-Jahr-Jubiläum als Wikinger. Auch die Gründer sind am Näbelriiter-Ball mit einer speziellen Bar dabei.

Marc Ribolla
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Die elf aktuellen Mitglieder der Näbelriiter Niederwil im Wikinger-Kostüm für die Fasnacht 2020. Die Näbelriiter Martin Bräuer, Philipp Gauch und Raphael Peterhans (von links) sind bereit. In diesem Jahr hat die Niederwiler Clique ein Wikinger-Schiff gebaut.
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Die elf aktuellen Mitglieder der Näbelriiter Niederwil im Wikinger-Kostüm für die Fasnacht 2020. Die Näbelriiter Martin Bräuer, Philipp Gauch und Raphael Peterhans (von links) sind bereit. In diesem Jahr hat die Niederwiler Clique ein Wikinger-Schiff gebaut.
Die elf aktuellen Mitglieder der Näbelriiter Niederwil im Wikinger-Kostüm für die Fasnacht 2020. Die Näbelriiter Martin Bräuer, Philipp Gauch und Raphael Peterhans (von links) sind bereit. In diesem Jahr hat die Niederwiler Clique ein Wikinger-Schiff gebaut.

Die elf aktuellen Mitglieder der Näbelriiter Niederwil im Wikinger-Kostüm für die Fasnacht 2020. Die Näbelriiter Martin Bräuer, Philipp Gauch und Raphael Peterhans (von links) sind bereit. In diesem Jahr hat die Niederwiler Clique ein Wikinger-Schiff gebaut.

Bild: zvg Bild: Marc Ribolla Bild: Marc Ribolla

Heimelig und gemütlich sieht anders aus. Inmitten eines engen Baucontainers strecken die Näbelriiter Niederwil die Köpfe zusammen. An diesem Abend entstehen die legendären Schnitzelbänke der Fasnachtsclique. Zu ihrem 20-Jahr-Jubiläum möchten die Näbelriiter speziell kreativ glänzen. Ihr Ziel sind etwa ein Dutzend Verse zu kreieren. Mit humorvollem Bezug zum Niederwiler Dorfleben. «Dieses Jahr gestaltet es sich etwas schwieriger als in früheren Jahren, weil nicht sehr viel geschehen ist», sagt Martin Bräuer, eines der aktuell elf Clique-Mitglieder.

Von den sieben Gründungsmitglieder, die am 11.11. 1999 die Näbelriiter aus der Taufe hoben, sind keine mehr aktiv engagiert. Trotzdem haben die ‹G7› einen Auftritt am Näbelriiter-Ball morgen Freitag im Restaurant Kreuz (ab 20 Uhr, Eintritt frei). Ein Spektakel, wie es die Niederwiler Fasnacht selten gesehen hat. Die Gründer richten ihre Jubiläumsbar in einem speziellen Silo ein, das sogar einen grossen Autokran nötig macht.

Bei den aktuellen Näbelriiter steigt das «Jubiläumsfieber». So lautet das Motto ihres Balls. Die reine Männer-Truppe zwischen 20 und 35 Jahre ist nicht nur während der Vorbereitung der Fasnachtssaison, sondern das ganze Jahr über verschworen. «Wir haben untereinander eine tolle Kollegialität und unternehmen viel gemeinsam. Teilweise verreisen wir sogar zusammen in die Ferien. Dieser gute Teamgeist ist sicher ein Pfeiler unserer Clique», sagt Bräuer. Im Gegensatz zu anderen Vereinen kommen die Näbelriiter ohne eine Hierarchie aus. Alle Mitglieder sind gleichberechtigt, es gibt weder Präsident noch Vorstand. Das klappt tadellos. «Wir sind bewusst eine kleine Gruppe. Das hat sich bewährt. Jeder hat sein Ämtchen und alle ziehen an einem Strang», sagt Clique-Mitglied Philipp Gauch. Der Einsatz der Näbelriiter fürs kulturelle Niederwiler Dorfleben werde in der Gemeinde geschätzt.

«Wer glaubt, dass Cliquen nur ein wenig Party machen, irrt»

Wie damals die Cliquen-Gründer möchten sie die Fasnacht prägen. Der Aufwand ist gross, der persönliche Einsatz aller auch. Zig Stunden investieren sie. «Wer glaubt, dass Cliquen nur ein wenig Party machen, irrt. Es steckt auch sehr viel Arbeit dahinter», erklärt Bräuer. Besonders beim Bau des Umzugswagen. Alle helfen nach ihren Möglichkeiten mit. Heuer bewegen sich die Niederwiler mit einem rund zehn Meter langen Wikingerschiff durch die Region. Die Näbelriiter nehmen an mehreren Umzügen teil. Nebst in Hägglingen, Stetten, Mellingen, Wohlen und Brugg sieht man die Clique auch in Urdorf.

Ein Wikingerschiff ohne Wikinger ist wenig wert. Entsprechend sind die Näbelriiter kostümiert. Das jährlich wechselnde Gewand ist ein beträchtlicher Kostenfaktor. «Wir legen bewusst den Fokus auf die Qualität. Im Schnitt zahlt jeder fürs Kostüm 300 Franken», sagt Cliquen-Mitglied Raphael Peterhans. Zwanzig Jahre nach ihrer Gründung sind die Näbelriiter in der Szene fest etabliert – und werden auch mal vermisst. «Einmal haben wir schlicht die Sarmenstorfer Fasnacht vergessen, obwohl wir angemeldet waren. Das gab Reaktionen, warum wir gefehlt hätten», sagt Bräuer. Mittlerweile sind im Baucontainer fast vier Stunden vergangen und einige Schnitzelbänke zu Papier gebracht. Wen die Näbelriiter mit ihren Sprüchen aufs Korn nehmen, erfahren die Niederwiler bald.

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