Beinwil
Die Müsliweid soll ihre Alphütte behalten können

Wenn es der Beinwiler Alpgenossenschaft Müsliweid nicht gelingt, Geld aufzutreiben, steht sie über kurz oder lang ohne Alphütte da. Das Haus rutscht nämlich langsam aber sicher ab.

Eddy Schambron
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Felix Weber, Präsident der Alpgenossenschaft Müsliweid (links), und Projektleiter Stefan Baumann mit bewilligten Plänen des neuen Hauses. ES

Felix Weber, Präsident der Alpgenossenschaft Müsliweid (links), und Projektleiter Stefan Baumann mit bewilligten Plänen des neuen Hauses. ES

Eddy Schambron

Weil sich eine Sanierung nicht lohnt, plant die Genossenschaft den Neubau eines Wohnhauses, das einerseits dem Älpler Unterkunft bietet, sich aber auch wie bisher touristisch nutzen lässt.

«Wir sind auf der Suche nach neuen Genossenschaftern, die dieses Unterfangen unterstützen wollen», sagt Präsident Felix Weber.

Sanierung lohnt sich nicht

Die Alp Müsliweid liegt auf einer Höhe von 1359 Metern über Meer, zwischen der Rotenflue im Westen und der Ibergeregg im Osten auf dem Gemeindegebiet von Schwyz.

Die Alphütte ist in einem sehr schlechten Zustand. «Es lohnt sich wegen der Hangrutschungen nicht mehr, in dieses Haus zu investieren», stellt Weber fest.

Ein geologischer Untersuchungsbericht rät auch dringend von einem Neubau am aktuellen Standort ab. Er hält aber fest, dass der in Aussicht genommene Standort für einen Ersatzneubau günstig liegt.

Eine Million Franken

Ein Ersatzbau ist mit rund einer Million Franken veranschlagt. Josef Koch von der Holzbau Koch AG, Büttikon, ist bereit, selber einen namhaften Betrag beizusteuern, «weil er einfach Freude an dieser Alp hat», wie Weber ausführt. Seine Leute haben auch das Projekt für den Neubau ausgearbeitet.

Trotzdem bleibt für die Alpgenossenschaft, die heute noch aus 14 Mitgliedern besteht, die Aufgabe, viel Eigenkapital zu beschaffen.

«Zwar können wir von der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kreditkasse einen Investitionskredit und im kleineren Rahmen auch von der Bank einen Kredit erwarten», erklärt Weber, «aber es bleiben 300 000 bis 500 000 Franken, die wir auftreiben müssen.» Ein schwerer Brocken.

Mit im Boot sitzt Stefan Baumann, Projektleiter und bei Holzbau Koch zuständig für Offertwesen und Kalkulation.

Er ist ebenso Mitglied der Skiriege Beinwil, welche rund 80 Mitglieder zählt und eine langjährige, gute Beziehung zur Müsliweid pflegt. «Die Baubewilligung ist da, jetzt fehlt nur noch das Geld, dann kann es losgehen», fasst er die Situation zusammen.

Neue Genossenschafter gesucht

Das Geld will die Alpgenossenschaft einerseits von den eigenen Mitgliedern holen: 10 000 Franken pro Mitglied würde 140 000 Franken in den Topf bringen. Zudem sind neue Mitglieder gesucht, die dann 15 000 Franken einbringen würden – 5 000 Franken mehr, weil die bisherigen Genossenschafter schon seit Jahren viel in die Alp und das Haus gesteckt haben. «Wenn wir 20 neue Genossenschafter finden, steht dem Neubau nichts mehr im Wege», stellt Weber fest. Er und Baumann sind überzeugt, dass die Finanzierung gelingen wird. «Klar ist das keine rentable Investition», weiss Weber, «aber sie bietet die Möglichkeit, eine wunderbare Alp mit einem schönen Haus mitzubesitzen.» Der Betrieb des Hauses wird selbsttragend gestaltet.

Das neues Wohnhaus soll eine sogenannte Doppelnutzung ermöglichen. Es wird unterteilt in einen Teil Alp-Nutzung und einen Teil Club-Nutzung. Das bringt den Mehrwert, dass das Gebäude in allen vier Jahreszeiten benutzt werden kann. Im Skiriegen-Bereich sind 24 Schlaf- und Wohnplätze geplant, im Alp Bereich vier Schlaf- und Wohnplätze.

Interessenten für eine Mitgliedschaft in der Alpgenossenschaft Müsliweid, Beinwil, melden sich bei Felix Weber, Unterdorf 10, Beinwil, Tel. 056 668 10 05.