Wohlen

Die Musikschule bekommt eine eigene Youtube-Band

Markus Beeler ist seit dem 1. August Musikschulleiter in Wohlen.

Markus Beeler ist seit dem 1. August Musikschulleiter in Wohlen.

Der neue Leiter der regionalen Musikschule bringt spezielle Ideen mit. Vor allem will er will aber allem Gutes bewahren.

«Keine Angst, die Musikschule hier in Wohlen läuft sehr gut. Ich werde jetzt nicht alles über den Haufen werfen», beruhigt Markus Beeler gleich vorneweg. Der Chamer Klarinettist ist begeistert von der öffentlichen Präsenz der regionalen Musikschule und will auch in Zukunft einen Fokus auf diesen grossen Vorteil legen.

Sein Büro direkt unter dem Dach der Steingasse 3 sei zwar in der momentanen Hitzephase etwas warm, aber das sei auch schon der einzige kleine Nachteil, den er bisher aus seinem Wechsel von der Musikschule Sins nach Wohlen erkennen kann.

Herr Beeler, warum sind sie von Sins weg und stattdessen nach Wohlen gekommen?

Markus Beeler: Das ist ganz einfach. Ich habe gemerkt, dass die Musikschulleiterposition genau das ist, was ich machen will. Und wenn man dann die Möglichkeit bekommt, von einem 40-Prozent-Pensum an einer kleineren Schule zu 80 Prozent an einer so grossen Schule zu wechseln, muss man die Chance packen.

Wo sehen Sie, abgesehen von der Grösse, die Vorteile in Wohlen?

Die öffentliche Präsenz ist unglaublich. Es finden so viele Konzerte der Musikschulensembles auch für die Bevölkerung statt, das ist nicht selbstverständlich. Dazu kommt, dass das gesamte Team von Lehrpersonen bis Administration sehr gut zusammenarbeitet. Und es scheint in Wohlen einfach cool zu sein, ein Instrument zu spielen, das ist nicht überall so. All das soll unbedingt beibehalten werden.

Und was möchten Sie ändern?

Es gibt natürlich immer Dinge, die man optimieren könnte. Wir werden uns genau anschauen, warum die Musikschule Wohlen so gut läuft, und diese Punkte stärken, während wir sicher anderes finden werden, das man verbessern könnte. Aber das mache nicht ich allein, da habe ich ein ganzes Team, mit dem ich langfristig planen kann. Neu haben wir aber vor allem zwei Projekte im Kopf: eine Youtube-Band und ein Jugendblasorchester.

Eine Youtube-Band? Wie muss man sich das vorstellen? Will die Schule zum Youtube-Star werden?

Nein, nein (lacht). Es ist so: Wenn früher eine Klasse ein Lied singen wollte, war da nur die Lehrperson mit ihrer Gitarre als Begleitung. Das konnte gut oder schlecht herauskommen. Nun wollen wir den Klassen die Möglichkeit bieten, uns ihre Liederwünsche mitzuteilen, die dann eine Band aus Musikschullehrpersonen und Profimusikern live via Youtube für sie spielt, sodass die Klasse dazu üben kann. Das sollte spätestens in einem halben Jahr starten.

Und ein Jugendblasorchester gibt es noch nicht?

Nein, hier in Wohlen nicht. Es gibt ein Blasensemble und dann gibt es den Wohler Musikverein. Wir möchten etwas dazwischen anbieten. Aber die Idee ist nicht neu, auch der Musikverein wünscht sich ein Wohler Jugendblasorchester. Nun möchten wir schauen, wie wir zusammenarbeiten können. Das sind die beiden grösseren Projekte, die wir momentan ins Auge gefasst haben.

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