Muri
Die Musik ist noch lange nicht ausgeklungen

Das Gilad Hekselman Trio bescherte «Musig im Ochsen» einen grandiosen Abschluss. Dass Hekselman ein Perfektionist ist, zeigte er dem Publikum nicht nur mit seiner Spielweise.

Lorina Locher
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Eine wirklich erfüllende Stimmung wurde erst erzeugt, wenn alle drei Musiker zusammen harmonierten.christoph biegel

Eine wirklich erfüllende Stimmung wurde erst erzeugt, wenn alle drei Musiker zusammen harmonierten.christoph biegel

Mit seiner ganz eigenen Art von Jazz begeisterte der New Yorker Gitarrist Gilad Hekselman das Murianer Publikum. Mit seinen Bandkollegen überzeugte er auf ganzer Linie und das Publikum des ausverkauften Saals hatte auch nach der Zugabe noch lange nicht genug.

An der Aussage, dass Gilad Hekselman einer ist, der es noch ganz nach oben schaffen wird, zweifelt nach dem Konzert vom Sonntagabend bestimmt niemand mehr. Der 32-Jährige, welcher schon mit verschiedenen Jazz-Grössen wie Mark Turner gespielt hatte, überzeugte mit seinen harmonischen und emotionalen Songs voll und ganz. Federleicht setzte er seine Finger auf die Saiten seiner Gitarre und genauso fein und beschwingend klangen dann auch die erzeugten Töne. Dass Hekselman ein Perfektionist ist, merkte man nicht nur an seiner Spielweise, sondern auch daran, dass er nach fast jedem Song seine Gitarre aufs Neue stimmte, damit auch jeder Ton absolut perfekt klang.

Drei Musiker, die harmonieren

Auf den Gedanken, dass er ein Einzelkämpfer sei, würde man jedoch nie kommen, denn es wurde schnell ersichtlich, dass Hekselman die Band als Gesamtkunstwerk sehr wichtig ist. Er stellte sich somit nicht als Solist in den Vordergrund. Was natürlich nicht bedeutet, dass er nicht auch ab und zu ein paar grandiose Solos zum Besten gab. Eine wirklich erfüllende Stimmung wurde jedoch erst erzeugt, wenn alle drei Musiker zusammen harmonierten, was ihnen überhaupt nicht schwerfiel. Mit spielerischer Leichtigkeit und Perfektion meisterte das Trio die hochkomplexen Arrangements. Joe Martin überzeugte dabei mit seinem Talent am Kontrabass und Jeff Ballard gab den Stücken durch seine Schlagzeugkünste viel Schwung.

Nach vielen mitreissenden alten, neuen und sogar noch gar nicht erschienenen Kompositionen und einer gefühlsvollen Zugabe war dann das 176. und letzte Konzert im Ochsensaal vorbei. Gilad Hekselman bescherte dem Publikum einen grandiosen Abend und einen unvergesslichen Abschluss von «Musig im Ochsen». Man darf jedoch beruhigt sein, denn auf die 176 inspirierenden Konzerte werden zum Glück noch weitere folgen. Schliesslich zieht «Musig im Ochsen» nur um und wird von nun an im Pflegidach, geschätzte hundert Meter Luftlinie entfernt, stattfinden. Der Hauptgrund dafür ist, dass es im Saal im Ochsen einfach zu wenig Platz hat. Dies war auch am Sonntag bemerkbar. Nicht nur alle Sitzplätze waren besetzt, auch zum Stehen hatte es kaum noch Platz. Auf dem Dachboden der Pflegi Muri wird es für den Ansturm der Musikbegeisterten voraussichtlich mehr Platz haben. Ab dem 26. April sind die Türen der «Musig im Pflegidach» geöffnet und Petros Klampanis wird die neue Ära einleiten, auf welche man sich schon jetzt freuen darf.

Musik in der Deutschstunde Schüler der Kanti Wohlen besuchen Veranstaltungen der Konzertreihe «Musig im Ochsen», verfassen eine druckreife Konzertkritik und werden dafür benotet.

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