Hägglingen

Die Müselifräuli begeistert das Publikum

Am liebsten würden die Zuschauer das Müselifräuli im Wald suchen gehen. zvg

Am liebsten würden die Zuschauer das Müselifräuli im Wald suchen gehen. zvg

Nach 17 von 20 Aufführungen schreibt das Freilichttheater Emmetfeld schon beinahe schwarze Zahlen. Die Theaterleitung ist mehr als zufrieden.

Das Freilichttheater «Emmetfeld – vom Müselifräuli ond de Franzose» begeistert seine Zuschauer noch mehr als erwartet. Seit dem 12. August wird es auf einer Waldlichtung oberhalb Hägglingen aufgeführt, und nur noch 3 der insgesamt 20 Vorstellungen fehlen, bis das Theater den – diesmal nur symbolischen – Vorhang wieder schliesst. Beim Stück geht es um die nahende Konfrontation zwischen Franzosen und Hägglingern während der Helvetischen Revolution und um märchenhafte Vorkommnisse im Wald, das Müselifräuli und einen Eremiten.

Pius Schöpfer, Produktionsleiter des Freilichttheaters Emmetfeld, freut sich insbesondere über die positiven Rückmeldungen der Besucher: «Ein Theaterliebhaber schrieb uns sogar, es sei eines der schönsten Freilichttheater, die er je gesehen habe.» Mit fast anhaltend ausverkauften Rängen kann er schon jetzt sagen: «Wir werden sicher schwarze Zahlen schreiben. Das haben wir gehofft, aber ein Freilichttheater ist immer ein Risikoprojekt.»

Freiämter als Zugpferde

Zur Verfügung stand den Organisatoren ein Budget von 370 000 Franken, ein Drittel davon wurde von Sponsoren finanziert, der Rest wird durch die Besuchereinnahmen gedeckt. Schöpfer erklärt sich den Erfolg des Theaters vor allem auch durch die Freiämter Zugpferde, die als Garanten für gutes Theater fungieren: «Paul Steinmann, Autor des Stückes, und Regisseur Adrian Meyer sind beide im Freiamt aufgewachsen und beim Publikum bestens bekannt und beliebt.» Man hatte sich ausgerechnet, dass schon ihre Namen Publikum anlocken: «Auch das hat sich bewahrheitet. Geschätzte 90 Prozent der Zuschauer kommen aus dem Unterfreiamt», resümiert Schöpfer.

Regisseur Adrian Meyer betont einen anderen Aspekt, bei dem Freiämter beteiligt waren: «Die Schauspieler sind alle Laien aus der Umgebung», berichtet er. «Für mich war es eine spannende Erfahrung, die Rollen zu vergeben. Jeder hat andere Lebens- und Berufserfahrungen mitgebracht, und ich habe die Rollen dann je nach Naturell der Person zugeteilt.»

Das Geheimnis der Müselifräuli

Schauspieler, Kulisse und Musik sind die Dinge, die die Gäste des Emmetfeld am meisten begeistert haben. Ein kleines Detail hat Schöpfer dabei besonders zum Schmunzeln gebracht: «Viele Zuschauer fragen sich, wie es sein kann, dass man die Müselifräuli so gut sehen kann. Viele sind sogar so ‹gwundrig›, dass sie in den Wald hineinspazieren möchten, um es sich anzuschauen. Darum mussten wir zwei Leute beauftragen, die die Zuschauer während der Pausen oder nach dem Stück davon abhalten. Ich kann den Trick aber verraten: Die Müselifräuli stehen auf Leitern, so einfach ist das.» Tickets für die drei letzten Aufführungen sind übrigens noch erhältlich.

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