Circus Monti

Die Monti-Piraten feiern den 1. August

Ein Highlight der Sommerroute: Die Monti-Piraten paddeln auf ihrem improvisierten Floss über den Sempachersee. aw

Ein Highlight der Sommerroute: Die Monti-Piraten paddeln auf ihrem improvisierten Floss über den Sempachersee. aw

Mittlerweile ist auch der Zirkus im Sommer angekommen. Mit dem schönen Wetter kommt auch die Vorfreude auf den 1. August.

Nach dem verregneten, kalten und langen Frühling geniessen wir die Wärme auf unserer Sommerroute. Nachts bleiben die Türen unserer Abteile meist offen – oder wir campieren gleich ganz draussen vor unseren Treppchen, legen unsere Matratzen auf Decken und schlafen unter den Sternschnuppen ein. Die Sommerroute führte uns in den letzten Wochen an wunderbare Plätze wie Sempach, Cham oder Spiez, wo wir direkt an den Seen wohnten und uns während den kurzen Pausen im Wasser abkühlen konnten. Aus grossen Plastikboxen, Schalltafeln und Spannsets bauten sich die Monti-Piraten sogar ein Floss und paddelten auf den Sempachersee hinaus.

In Grindelwald konnte ich mir einen Abend frei nehmen und «meine» Alp oberhalb von Wengen besuchen, auf der ich vor zwei Jahren einen Sommer verbracht habe. Die Ruhe und Abgeschiedenheit haben mir sehr gut getan, sie waren fast das Gegenteil des Zirkuslebens. Auch das Wiedersehen mit meiner Sennenhündin Bella und der jetzigen Älplerin Martina haben mich wieder mit Energie aufgeladen.

1. August im Berner Oberland

Seit etwa zwei Wochen sind wir auf Tour im Berner Oberland. Die Urlaubszeit ist spürbar: Das Zelt ist selten so voll besucht wie im Frühjahr, und es schliessen sich immer mehr Wohnwagen von ehemaligen Mitarbeitern oder befreundeten Artisten unserem Tross an. So kommt es vor, dass man am Frühstückstisch plötzlich vielen fremden Gesichtern gegenübersitzt.

Worauf wir uns am meisten freuen, ist der 1. August. Neben Ostern und Pfingsten ist er einer der einzigen Tage zwischen März und November, an denen die ganze Monti-Crew gemeinsam frei hat. An Ostern gab es ein grosses Osterhasenessen im Buffetzelt in Mellingen. Noch schöner soll aber die 1.-August-Feier werden, und zwar nicht nur wegen des atemberaubenden Bergpanoramas.

Artisten und Raketen

Am Sonntag sind wir in Adelboden angekommen. Hier wurde das Zelt aufgestellt – im prasselnden Regen, da war ich wieder einmal froh über meinen warmen, gemütlichen Kassenwagen. Von Montag bis heute Mittwoch standen fünf Vorstellungen auf dem Programm, heute Abend folgt der Nachtabbau. Einzig das leere Buffetzelt wird morgen früh noch stehen.

Den Tag verbringen alle individuell. Ich freue mich sehr darauf, denn meine beste Freundin kommt zu Besuch. Abends um 18 Uhr bereiten dann alle gemeinsam das Fest vor. Auch das Kochen gehört dazu, denn das Küchenteam hat ebenfalls frei. Dann wird gegessen, und auch das Feuerwerk wird selbstverständlich nicht fehlen, bei dem die Zirkusfamilie Muntwyler und die Mitarbeiter besonders den ausländischen Artisten diesen Brauch zeigen. Ich bin kein Fan des Nationalfeiertages, doch an den kleinen Feiern herrscht im Monti immer eine tolle Stimmung.

Bald zurück im Aargau

Nach dem 1. August geht es weiter durch die Kantone Bern und Freiburg, wo die härteste Woche der Saison auf dem Plan steht: Freitag bis Sonntag spielen wir in Schwarzenburg, dann gastieren wir Schlag auf Schlag in Tafers (Dienstag), Ins (Donnerstag und Freitag) sowie in Hasle-Rüegsau (Samstag und Sonntag). Dafür stellen wir unser Zelt anschliessend in Basel auf, wo wir zehn Tage bleiben und ein bisschen verschnaufen können.

Vom 27. August bis 1. September sind wir auch schon wieder im Aarauer Schachen, anschliessend in Seon. Ich liebe die Berge. Aber noch mehr freue ich mich auf den Aargau, wo ich hoffentlich viele meiner Lieben endlich wiedersehen kann.

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