«Von den 43 angemeldeten Cliquen sind 8 Fuss- oder Brauchtumsgruppen und 10 Guggenmusiken. 35 Cliquen kommen mit einem Wagen, darunter sind sehr viele Sujetwagen, auf denen ein aktuelles Thema abgehandelt wird. Die Mischung stimmt wie selten zuvor. Ich bin überzeugt, dass auf die Besucherinnen und Besucher ein sehr abwechslungsreicher Umzug wartet», sagt Heinz Joho, der Präsident der organisierenden Heuröpfelzunft Sarmenstorf.

Die Heuröpfler feiern ihren 55. Geburtstag mit verschiedenen Aktivitäten. Höhepunkt ist ein grosser Fasnachtsumzug, wie sie ihn seit 1979 im Fünfjahresturnus durchführen. Traditionell zieht dieser stets gut organisierte Anlass Tausende von Fasnachtsbegeisterten aus der ganzen Region an.

Rund 1600 Teilnehmer

Auch die Nachfrage nach einem Platz im Umzug ist stets gross: «Wir hätten locker 10 bis 20 Cliquen mehr berücksichtigen können», sagt Umzugschef Tobias Kaufmann, «aus logistischen Gründen haben wir uns jedoch auf 53 Nummern beschränkt. Das ist auch für das Publikum noch erträglich. Wenn ein Umzug zu lange dauert, fangen die Leute an zu frieren und laufen davon.»

Der organisatorische Aufwand ist dennoch nicht zu verachten: «Vor allem die Administration braucht immer mehr Zeit. Man muss frühzeitig beim Gemeinderat ein erstes Grobkonzept einreichen, bei der Schule für die Benützung des Areals anfragen, Polizei und Feuerwehr in die Planung integrieren und schliesslich beim Strassenverkehrsamt einen Prüfnachweis für jedes Fahrzeug einreichen, das am Umzug teilnimmt.

Der Formalismus ist mittlerweile riesig», erklären Präsident Joho und Umzugschef Kaufmann. Die Behörden werden von ihnen jedoch auch gelobt: «Vor allem die Gemeinde hat uns sehr gut unterstützt, und auch über Polizei und Strassenverkehrsamt können wir überhaupt nicht klagen. Die Zusammenarbeit klappt bestens.

Rund 250 Helfer im Einsatz

Am Wochenende geht bei den Heuröpflern so richtig die Post ab. Bereits am Freitag, 15. Februar, 16 Uhr, öffnet die Jubiläumsbar, die bis Sonntagabend während 55 Stunden am Stück geöffnet ist. Am Samstag steigt die von den Heuröpfel-Guggern organisierte Party und am Sonntag der Umzug. Rund 250 Helferinnen und Helfern stehen dafür insgesamt im Einsatz, allein am Umzug sind es über 130.

Gibt es da keine Rekrutierungsprobleme: «Wir haben ein bewährtes Konzept. Jeder Zünftler muss zwei Helferinnen oder Helfer rekrutieren, das gibt schon einen schönen Stamm an Personal. Weiter packen selbstredend alle Mitglieder der Zunft und der Gugger sowie viele Zünftler-Oldies mit an. Ich gehe davon aus, dass wir am Wochenende nicht so viel Zeit zum Schlafen haben», schmunzelt Präsident Heinz Joho.

Die schönsten Bilder vom Jubiläumsumzug «50 Jahre Heuröpfelzunft» von 2014:

Und dabei steht die «richtige» Fasnacht ja erst noch bevor. Auch vom Schmutzigen Donnerstag bis Aschermittwoch stehen Zünftler und Gugger im Dauereinsatz. Höhepunkt dabei ist der 55. Zunftball am Freitag, 1. März.

Der erste Zunftball, damals noch im längst abgebrochenen Adlersaal, stieg im Jahr 1965. Damals war auch erstmals ein Zunftmeister gewählt worden. Als Jüngster in diese Ahnengalerie eingereiht hat sich Gemeindeammann Meinrad Baur, der die Heuröpfler im Jubiläumsjahr 2019 durch die Fasnacht führen wird.

Anreise vorzugsweise mit öV

Der Verein, der nach wie vor mit vielen Zünften und Cliquen im In- und Ausland beste Beziehungen pflegt, zählt heute rund drei Dutzend Aktivmitglieder. Die mittlerweile eigenständigen Heuröpfelgugger sind gegen 70 Mitglieder stark und damit eine der grössten und auch besten Guggen im Freiamt. Beide Vereine sind zwar oft in der engeren und weiteren Region unterwegs, tragen aber auch sehr viel zur Belebung der der Sarmenstorfer Dorffasnacht bei.

Zurück zum Jubiläumsumzug: Er beginnt am Sonntag, 17. Februar um 14.14 Uhr. Parkplätze hat es zwar genug, sie liegen aber zum Teil etwas weit vom Dorfzentrum entfernt. Die Organisatoren raten deshalb zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr: «Vorzugsweise frühzeitig, damit im Bus noch genügend Platz ist», sagt Heinz Joho. Bis zum Umzugsbeginn könnten sich die Besucherinnen und Besucher bequem in der Festwirtschaft bei der Mehrzweckhalle verpflegen. Es wird ein Mittagsmenü angeboten und es gibt Grillstände. Die Eintrittsplakette zum Umzug ist mit 5 Franken übrigens nach wie vor sehr günstig. Die Route führt von der Breitistrasse über den Kreuzrain und die Markstrasse bis zum Adler-Kreisel.