Der Gemeinderat Merenschwand ist gegenüber dieser Idee des kantonalen Sozialdienstes - anders als viele andere Gemeindebehörden - positiv eingestellt.

Unsicherheit im Dorf

Bei der Bevölkerung sind die Meinungen geteilt. Vor allem Leute, die fürs Asylheim sind, gaben eine kurze Stellungnahme gegenüber der Aargauer Zeitung ab. Andere Leute stellten zwar klar, dass sie gegen die Asylunterkunft sind, wollten ihre Meinung aber nicht öffentlich machen.

Hört man sich im Dorf um, spürt man Unsicherheit. Viele Einwohner wägen die Vor- und Nachteile ab. So sagte eine Passantin: «Aus Erfahrung gibt es immer Probleme mit Asylbewerbern. Auf der anderen Seite sollten wir nicht voreingenommen sein und ihnen eine Chance geben. Wir dürfen nicht alle in den gleichen Topf werfen.» Ähnlich wie ihr ergeht es anderen Dorfbewohnern. Sie wissen nicht so recht, was sie von dieser Sache halten sollen.

Lieber Familien als Einzelpersonen

Auch Verwirrung macht sich im Dorf breit. Viele Leute haben noch nichts von den Unterbringungsplänen gehört. Sie fragen sich, ob das Haus nun doch nicht abgerissen wird und somit kein neuer Kreisel im Dorfzentrum entsteht. Wenn sie dann erfahren, dass das Kreisel-Projekt noch läuft, jedoch erst 2016 realisiert wird, haben die meisten Leute nichts dagegen, dass vorübergehend Asylsuchende im «Hirschen» einquartiert werden.

Viele Leute sind zudem froh, dass nicht Einzelpersonen, sondern Familien und alleinstehende Mütter mit Kindern einziehen sollen. So äusserten einige Passanten Skepsis gegenüber jungen, männlichen Asylbewerbern. «Familien mit Kindern sind harmlos», finden die meisten.