Bremgarten

Die Markt-Entscheidung lässt auf sich warten – Ungewissheit wegen Corona hält an

Ob der Korbflechter auch 2020 den Bremgarter Markt der Vielfalt beehrt, ist offen. Bild: Archiv (27.10.2019)

Ob der Korbflechter auch 2020 den Bremgarter Markt der Vielfalt beehrt, ist offen. Bild: Archiv (27.10.2019)

Die Stadt hofft, den Markt der Vielfalt im Herbst und den Weihnachtsmarkt durchführen zu können. Doch trotz Lockerungen bei den Coronaschutzmassnahmen können jederzeit wieder Einschränkungen erlassen werden. Das letzte Wort hat der Kanton.

Der Himmel über dem Bremgarter Marktjahr ist trüb. Wegen der Coronapandemie sind heuer bereits der Oster- und der Pfingstmarkt im Städtchen ausgefallen. Beliebte Anlässe, die jeweils rund 25000 Besucher anziehen und seit Jahrzehnten Fixpunkte im Kalender Bremgartens darstellen.

Noch könnten dieses Jahr zwei Märkte stattfinden. Einerseits der heutige Markt der Vielfalt (ehemals Herbstmarkt) mit historischem Handwerk in den Altstadtgassen (24./25. Oktober) und der Weihnachts- und Christchindlimarkt Anfang Dezember.

Ob diese Traditionsanlässe wirklich durchgeführt werden können, steht in den Sternen. Trotz Lockerungen bei den Coronaschutzmassnahmen können jederzeit wieder Einschränkungen erlassen werden. «Eine Planung insbesondere bis Oktober respektive Dezember ist zurzeit nicht möglich», teilt die Stadtkanzlei mit.

Vorgabe der Höchstzahl gelten derzeit nicht

Denn für beide Märkte brauche es eine gewisse Vorlaufzeit an Vorbereitung. Deshalb hat die Stadt schon jetzt einen Stichtag gesetzt. Die definitiven Entscheide über die Durchführung oder Absage fallen am 17. August (Markt der Vielfalt) und am 14. September (Weihnachtsmarkt).

Die Stadt hat rechtliche Abklärungen getätigt, die ergeben hätten, dass Märkte vom Bund nicht als Veranstaltungen klassiert würden. Deshalb gelten für sie die Vorgabe der Höchstzahl anwesender Personen von zurzeit 1000 nicht. Trotzdem seien natürlich Schutzmassnahmen wie Distanz- und Hygieneregeln umzusetzen. Die Bewilligung von Märkten obliegt dem Kanton. «Daher wird in den kommenden Tagen und Wochen ein entsprechendes Gesuch um Bewilligung mit den neu erarbeiteten Grundlagen und Konzepte beim Kanton Aargau eingereicht», schreibt die Stadt Bremgarten.

Marktrayon um weitere Strassen erweitert

Zu diesem Zweck haben sich jüngst die Markt-Verantwortlichen mit einer Stadtratsdelegation getroffen, um mögliche Varianten zu erarbeiten. Schon jetzt ist aber klar, dass sich die Besucher bei einer allfälligen Durchführung anders einstellen müssen. Die Märkte können nicht im gewohnten Rahmen stattfinden.

Die Stadt nennt bereits ein paar Beispiele. «Die Stände müssten mit Abstand und möglichen Wartezonen aufgestellt werden, Kreuzungen und ‘Hotspots’ wären von Ständen zu befreien, das Marktrayon müsste um weitere Strassen erweitert werden und musikalische Darbietungen müssten auf ein zeitliches Limit beschränkt werden», sind nur einige der Möglichkeiten. Zudem müssten Räumlichkeiten mit Zählsystem ausgestattet werden und bei kulturellen Darbietungen in Gebäuden würde eine Maskenpflicht oder Contact Tracing gelten.

Marktfahrer würden komplette Absage spüren

Eine komplette Absage des ganzen Marktjahres gab es in Bremgarten noch nie. Auch die Hunderten von Marktfahrern würden die finanzielle Einbusse markant spüren. Den Verantwortlichen ist dies bewusst. Sie halten aber auch realistisch fest, dass «dennoch das Coronavirus respektive der Bundesrat und der Kanton die Bedingungen vorgeben». Gleichwohl würden sie und auch der Stadtrat hoffen, dass sich die Coronasituation entspannt und die Bremgarter Märkte unter Auflagen und Bedingungen durchgeführt werden könnten.

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