Eine geradezu magische Wirkung schien vom Chinesischen Mast in der Mitte der Manege auszugehen. Der weibliche Clown konnte sich dem einfach nicht entziehen, so sehr es der zweite Clown auch versuchte, es ihr auszureden. Schliesslich erklomm sie sogar rückwärts die Stange, in immer wieder anderen Variationen. Atemlos fasziniert schaute das Publikum dabei zu. Geradezu abenteuerlich waren die Verrenkungen, mit denen sie an dem Mast turnte.

Viele Lichter und schwungvolle Abfahrten

Fantasiereich entführte der Circus Monti seine Besucher zu einem «Jour de fête», einen Jahrmarkt auf einem Dorfplatz. Natürlich durfte da ein Riesenrad nicht fehlen, dessen obere Hälfte diente als Kulisse für die eindrucksvollen Darbietungen, während die Gondeln selbst Schauplatz für allerlei Schabernack waren. Das Riesenrad wurde extra für die Vorstellungen angefertigt und mit 200 Lampen versehen. Johannes Muntwyler führte später lachend aus: «Einiges Material dafür kam erst diese Woche, das war eher knapp, aber es hat ja alles geklappt.»

Auf dem Jahrmarkt stellten die 14 Artisten mithilfe eines Rhönrades gekonnt eine schwungvolle Achterbahnfahrt nach. Bei den rasanten Abfahrten verspürte das Publikum beim Zusehen selbst ein leichtes Kribbeln in der Magengegend. Sehr viel Applaus bekamen Tobias und Mario Muntwyler und Willem McGowan für ihre atemberaubende Diabolo-Nummer. Das Trio beeindruckte, wie sie sich gegenseitig geschickt eine Vielzahl Diabolos durch die Manege gegenseitig zuspielten und damit auch noch Kunststücke vollbrachten. «Es steckt so viel Energie in der Vorstellung, es gefällt uns sehr gut», stellten Daphne Müller und Stephan Blatter fest. «Da möchte man fast selbst gerne mitmachen», fügte Livius Müller hinzu, «die Diabolos haben mir besonders gefallen.»

Akrobatik und Komik vom Allerfeinsten

Wunderschön war dann auch die akrobatische Darbietung von Emilie und Julien Silliau am Chinesischen Mast. Die beiden präsentierten Körperbeherrschung, Perfektion und Eleganz. Nach diesem Paar okkupierten Eline Guélat und Vincent Jutras wie schon eingangs beschrieben den Masten. Die beiden tauchten als komische Figuren immer wieder im bunten Jahrmarktstrubel auf, um die Besucher mit ihrer artistischen Komik zum Lachen zu bringen. Pawel Silberring aus Zürich erklärte: «Diese beiden Clowns zeigen gekonnt Humor – auch ohne rote Nasen. Es war eine ganz wunderbare Vorstellung.»

Was bei einem Besuch eines Jahrmarktes auch nicht fehlen durfte, war eine zünftige Prügelei. Diese Einlage, zum Teil in Slow Motion choreografierte, bot viel zum Lachen und Staunen. Schliesslich brachte Zirkusleiter Johannes Muntwyler mit einem Autoscooter wieder Ordnung in das Durcheinander. Bei diesem Feuerwerk an Einfällen fiel es schwer, eine «Lieblingsnummer» zu finden. «Die Artisten sind sensationell und dazu die Nähe zum Publikum. Diese Kreativität ist einfach beeindruckend», fasste es Verena Baumann treffend zusammen.

Nach der gelungenen Premiere tourt Circus Monti mit dem Programm «Jour de fête» bis zum 24. November durch die Schweiz, um weitere Zirkusfreunde zu verzaubern. Das Gastspiel am Heimatort Wohlen ist gestern Sonntag bereits beendet worden. Nach einem Abstecher nach Basel gastiert der Circus aber vom 28. August bis 1. September in Aarau und damit wieder in der Nähe. Den Tourneeplan und weitere Informationen gibt es auf der Website: www.circus-monti.ch.