Villmergen

Die magische Amtszeit der 70er: Der Chnebel ist übergeben, die Fasnachtszeit hat begonnen!

In Villmergen wurde der Chnebel übergeben, damit hat die Fasnachtszeit offiziell begonnen.

«Ist es eine Sage? Oder nicht? Auf jeden Fall ist es etwas Villmergerisches.» Reto Köpfli und Marianne Kuhn schmunzeln geheimnisvoll. Weitere Infos zum diesjährigen Fasnachtsmotto sind aus den 1970-Jahrgängern nicht herauszubekommen. Was es mit «Güüggis Nächt» auf sich hat, bleibt bis zum 19. Februar ihr Geheimnis.

Dann feiern sie gleichzeitig ein Jubiläum: Der Güüggibueb wird zum 60. Mal «ahghöslet». Eine Tradition, die es nur in Villmergen gibt. Eigentlich wären die 70er der 61. Jahrgang, so Präsident Reto Köpfli. Ein Jahrgang habe aber nicht mitgemacht. Seither wurde die Tradition aber nie unterbrochen. Das sei die einzige Vorgabe: den Brauch am Leben erhalten. «Güüggi, Feuer und Nussgipfel – der Rest ist Supplement», erklärt Köpfli.

«Wir müssen dankbar sein für alles, was wir haben»

Dabei spiele es keine Rolle, ob man Fasnächtler sei oder nicht. «Es gibt immer solche, die bei den Treffen sagen, sie machen nicht mit», erzählt Pitsch Meyer, Präsident der 69er. Diese müsse man etwas anstossen und daran erinnern, was man früher beim Güüggen für Schabernack getrieben habe. «Jene, die man überreden muss, sind zum Schluss die Begeistertsten, die fast weinen, wenn sie den Chnebel wieder abgeben müssen», erzählt Meyer lachend.

Der Brauch schweisst zusammen. «Wir sind alle 50 und jeder bringt seinen Rucksack mit», so Köpfli. An der Fasnacht mache es keinen Unterschied, wie schwer die Rucksäcke seien. «Hier sind wir alle gleich, eine spezielle Gemeinschaft.» Diesen Zusammenhalt haben die 1970er in diesem Jahr durch ein paar unschöne Zwischenfälle ganz speziell gespürt: «Es gab einige Schüsse vor den Bug», erzählt Reto Köpfli. Einige ihres Jahrganges seien in diesem Jahr von schweren medizinischen Vorfällen betroffen gewesen. Eine Erfahrung, die sie einiges gelehrt habe: «Wir müssen den Moment geniessen und dankbar sein für alles, was wir haben.»

Eine Chnebelübergabe ohne Chnebel

Seit der Chnebelübergabe vergangenen Freitag sind die 70er offiziell im Amt. Symbolisch für den Wechsel überreichten die 69er ihnen den Güüggibueb. Doch wo blieb der Chnebel? «Früher hatten wir ein Zepter, wie die Wohler», erklärt Köpfli. Wie das ausgesehen habe, könne niemand mehr genau sagen. «Es scheint zwischen den 46ern und 47ern verloren gegangen zu sein.» Man wisse es nicht genau.

Für die Organisation der Chnebelübergabe sind die Jahrgänger vom vergangenen Jahr zuständig. Der Präsident der 69er, Pitsch Meyer, und sein Team haben heuer die Turnhalle in eine mystische Hexenwelt verwandelt. Und sich Aufgaben für ihre Nachfolger überlegt: Mit Sport und Dichtkünsten mussten die 70er beweisen, dass sie richtige Hexen sind und den Flugausweis für den Besen auch wirklich verdient haben. «Zum Schluss ziehen wir den Präsidenten Reto noch an die Decke hoch», freute sich Pitsch Meyer schon im Voraus.

Von all dem hatten die 70er keine Ahnung. «Aber wir sind hier und wir haben unsere T-Shirts. Ich habe keine Ahnung, was uns erwartet, und ich will es auch nicht wissen. Ich freue mich», sagte Köpfli. Auch in ihrem Amt müssen sie ihren Weg zuerst noch etwas vom Schnee freischaufeln. Doch eines ist klar: Die Fasnacht unter den 1970-Jahrgängern scheint magisch zu werden. Passend zu den vielen Geheimnissen fällt ihr Jahrgängerball auf den 20.02.2020. Und für diese zauberhafte Zeit ist das 52-köpfige Team mehr als bereit.

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