Wenn bald der grosse Baumarkt von Hornbach in Affoltern am Albis eröffnet, hat das viel mit der Freiämter Firma Leuthard AG zu tun. Es ist eines der aktuellen Bauprojekte der inzwischen 100-jährigen Bauunternehmung.

Was Laurenz Leuthard in Merenschwand ursprünglich mit Kanalisationsarbeiten begonnen hat, ist heute eine Unternehmensgruppe mit rund 300 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 150 Mio. Franken. Sie ist längst nicht mehr nur im Freiamt oder im Aargau aktiv, sondern auch in den Kantonen Zürich, Luzern, Zug und Schwyz.

Die Leuthard-Unternehmensgruppe ist nach wie vor stark in den regionalen Strukturen rund um die Firmensitze in Merenschwand und Affoltern am Albis verwurzelt. «Hier profitiert das Unternehmen von der guten Anbindung an die umliegenden Ballungsräume, der hohen Konzentration an wettbewerbsfähigen Unternehmen und einer Fülle an hochqualifizierten, fachlich versierten Mitarbeitern», wird zum 100-Jahr-Jubiläum 2018 festgehalten. «

Diese Zugehörigkeit zu Freiamt und Knonaueramt zeigt Leuthard durch die zahlreichen Projekte im Hoch-, Tief- und Strassenbau, die seit Jahrzehnten das Bild der Region bestimmen».

Der Gründer, Laurenz Leuthard, war nicht ganz allein. Bis zur Weltwirtschaftskrise 1928 stand ihm auf der Baustelle sein Bruder Leonz zur Seite, der spätere Grossvater von Bundesrätin Doris Leuthard.

Vorerst im Tief- und Strassenbau tätig, kam das Baugeschäft gegen Ende der 1940-er-Jahre durch die Kriegswirren kurzzeitig wegen fehlender Materialien und Bauaufträge zum Erliegen.

In den frühen 50-er-Jahren reaktivierten die Kinder von Laurenz Leuthard das elterliche Baugeschäft, Lory als Geschäftsführer, seine Geschwister Heribert und Paula in den Bereichen Bauführung und Administration.

Aus der Kollektivgesellschaft Leuthard und Söhne wurde 1958 eine Aktiengesellschaft mit einer Zweigniederlassung in Affoltern am Albis. Die Entwicklung ging schnell voran: 1964 die erste Gastarbeiterunterkunft, 1965 Verlegung des Hauptsitzes nach Muri, wobei Merenschwand und Affoltern als Zweigniederlassungen blieben, grosse Aufträge ab den 1970-er-Jahren, unter anderem Schulhäuser in Merenschwand und Affoltern.

Vier Bereiche

1999 wurde die L-Immobilien AG in Muri gegründet und eine Holding-Struktur geschaffen. Die folgenden Jahre waren geprägt von Investitionen in neue Maschinen, neue Technologien und neue Tätigkeitsfelder wie die Betoninstandsetzung.

2002 übernahm Dieter Greber als neuer CEO die Geschäftsleitung, 2003 wurde die Deponie Freiamt AG gegründet. 2008 starb Lory Leuthard. Das Unternehmen trat in der Folge als Leuthard Gruppe auf und organisierte sich 2009 in vier Bereiche: die Leuthard Bau AG, die Leuthard Fassaden AG, die Leuthard Baumanagement AG und die Leuthard Immobilien AG.

2010 wurde das Asphaltwerk Viatop AG errichtet, 2012, mit der Genehmigung für eine neue Betonanlage im Werkhof, die Concreto AG, und schliesslich 2015 die von Leuthard mitgegründete TerraTop AG, deren Ziel die Schaffung einer Erddeponie im Knonauer Amt ist.

Neu: Digitale Planung

Jetzt setzt die Gruppe auf Digitalisierung. Diese biete der Bauwirtschaft enorme Chancen, sich weiter zu entwickeln. Die digitale, vernetze Planung von Bauprojekten sowie die Automatisierung und Nutzung intelligenter Systeme und Maschinen, selbst auf der Baustelle, würden die Art verändern, wie Bauunternehmen arbeiten können.

«Bereits heute ist Leuthard eines der führenden Unternehmen in der Schweiz, wenn es um die Anwendung neuer digitaler Technologien geht», hält das Unternehmen fest.