Bünzen
Die Landi Freiamt leidet nicht unter dem starken Franken

Die Ertragslage der Volg- und Landi-Läden präsentiert sich trotz Frankenstärke stabil. Neben der guten wirtschaftlichen Lage zeigt sich die Genossenschaft innovativ und setzt auf alternative Energien.

Eddy Schambron
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Josef Brunner, Ladenleiter Volg Merenschwand, feiert sein 25-Jahr-Jubiläum bei der Landi Freiamt und freut sich schon heute auf den geplanten, neuen Laden.

Josef Brunner, Ladenleiter Volg Merenschwand, feiert sein 25-Jahr-Jubiläum bei der Landi Freiamt und freut sich schon heute auf den geplanten, neuen Laden.

Eddy Schambron

Weder Frankenstärke noch Einkaufstourismus haben der Landi Freiamt zugesetzt: Das Geschäftsjahr 2015 war erfolgreich, wie Andreas Schüpbach, Präsident, und die Geschäftsleiter Daniel Strebel, Daniel Appert und Daniel Urech feststellen können. «Wir müssen uns nicht verstecken.» Die Bilanzsumme erhöhte sich um ein Prozent auf 35,7 Mio. Franken, das Betriebsergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern beläuft sich auf 4,8 Mio Franken und der handelsrechtliche Gewinn stieg von 2,4 auf 3,2 Mio. Franken. An der Generalversammlung beteiligten sich 136 der 633 Genossenschaftsmitglieder, übrigens zu 95 Prozent Bauern, wie Schüpbach betont. Und die Genossenschaft zeigt sich innovativ: Photovoltaik und Energiespeicher sind die Stichworte.

Volg-Läden behaupten sich

Gut positioniert sind die Volg-Läden. Zwar wurde oder wird der Geschäftsgang bei einzelnen durch Baustellen beeinträchtigt (Waltenschwil und gegenwärtig Boswil), dafür ist beispielsweise beim neuen, an die Hauptstrasse verlegten Volg in Dietwil ein Plus von 35 Prozent zu verzeichnen. «Und wenn die Baustellen beendet sind, profitieren wir wieder von besseren Bedingungen», relativiert Daniel Strebel die zeitlich beschränkten Umsatzeinbussen. Gut entwickelt haben sich die Postagenturen in den Volg-Läden; die neuste soll in Auw entstehen. «Der Anstoss geht jeweils von der Post aus, wir sind für diese Lösung sehr offen», erklärt Strebel.
In 8 der insgesamt 17 Volg-Läden ist eine Postagentur integriert. «Nach anfänglicher Skepsis sind die Rückmeldungen überall positiv», sagt Schüpbach. «Der Volg hat sich vom Krämerladen schon längst zu einem ziemlich umfassenden Dienstleister entwickelt», ergänzt Urech. In Berikon wurden 300 000 Franken in die Renovation des Ladens investiert, in Jonen wird im Frühling 2017 ein Neubau eröffnet, in Merenschwand ist der Ersatz des bestehenden Ladens in der Planung. «Wir gehen davon aus, 2018 mit dem Bau beginnen zu können.»

Der Umsatz verteilt sich mit 38,6 Mio. Franken zu 47,4 Prozent auf die Volg-Läden und Top-Shops, zu 19,9 Prozent (16,2 Mio.) auf Energie, zu 17,8 Prozent (14,5 Mio.) auf die drei Landi-Läden in Muri, Oberrohrdorf und Widen sowie zu 14,9 Prozent (12,2 Mio.) auf den Agro-Bereich. Für die neusten Projekte – Laden Jonen und Merenschwand – ist die Landi Freiamt gerüstet: In den vergangenen sechs Jahren ersparte sich die Genossenschaft 10 Mio. Franken.

Landi-Läden unter Strom

Schon seit einiger Zeit setzt die Landi Freiamt einerseits auf die eigene Stromproduktion mit Solaranlagen, anderseits auf die Mobilität zum Beispiel mit Elektrovelos oder Elektrofahrzeugen für Senioren. Mitte Jahr kommt neu ein Elektroscooter mit vielversprechenden Eckdaten zum Verkauf: 80 Stundenkilometer schnell, 100 Kilometer Reichweite, 4000 Franken Verkaufspreis. Ebenfalls ins Sortiment kommt ein neues E-Bike.
Und besonders spannend ist das Landi-Engagement im Bereich Energie-Speicher. «In ein, zwei Jahren ist der eigene Speicher für den Strom aus der Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus bezahlbar und damit marktfähig», ist Daniel Appert überzeugt. Die Landi will dabei die Nase ganz vorne haben und damit ihr heutiges Angebot im Bereich Solarstromanlagen abrunden. «Damit könnten die erneuerbaren Energien auch für die Landi Freiamt zu einem wichtigen Standbein werden», unterstreicht Appert im Jahresbericht. Die Fenaco-Landi-Gruppe hat mit der Übernahme der Solvatec AG, welche über mehrjährige Erfahrung im Photovoltaik-Bereich verfügt, die entsprechenden Pflöcke eingeschlagen.

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