Kelleramt
Die Lage bleibt trotz Regen kritisch: Fischsterben wegen Trockenheit

Im Widenbach in Unterlunkhofen ist es wegen der extremen Trockenheit zu einem Fischsterben gekommen. Auch tägliche Kontrollen konnten dies offenbar nicht verhindern. Fischer hoffen nun auf mehr Regen.

Toni Widmer
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«Das bisschen Regen hat nicht allzu viel gebracht, der Wasserstand ist immer noch niedrig und es besteht weiterhin eine Gefahr für die Fische», sagt Hansueli Scheidegger. Er ist Fischenzpächter im Kelleramt und hat trotz steter Kontrolle und Sofortmassnahmen nicht verhindern können, dass vor einigen Tagen im Widenbach in Unterlunkhofen, kurz vor der Mündung in die Reuss, eine grössere Anzahl Fische wegen der anhaltenden Trockenheit und des daraus resultierenden niedrigen Wasserstands verendet sind.

«Niedrigwasser sind oft von hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung begleitet. Es kann zu einer starken Erwärmung der Gewässer kommen, die aufgrund des verminderten Sauerstoffgehaltes negative Auswirkungen auf das Ökosystem haben. Ich habe täglich Kontrollen durchgeführt, das Fischsterben letztlich aber nicht verhindern können», erzählt Hansueli Scheidegger, der seit über 30 Jahren seine Fischenz mit Herzblut pflegt und hegt. Einen derart traurigen und niederschmetternden Anblick mit ausgetrockneten Bächen und toten Forellen haber er noch nie erlebt. «Die Lage ist immer noch sehr «kritisch», hält er fest.

Hunderte Bachforellen gerettet

Weil auch der Kanton in Alarmbereitschaft gewesen sei, hätten in einer mehrstündigen Notaktion am gleichen Tag mit Notabfischungen beim Restaurant Schindeli Hunderte von Bachforellen gerettet werden können.

Eine solche Aktion, erklärt Scheidegger, werde meistens am Morgen durchgeführt, um den Stress der Fische so gering wie möglich zu halten. Das Elektro-Fanggerät komme aber nur im äussersten Notfall zum Einsatz, dann, wenn die Fische in der Falle sitzen, weil das Wasser nicht mehr fliesse.

Auch in der vergangenen Woche hat Hansueli Scheidegger den gefährdeten Bach noch einmal abgefischt und damit weitere Forellen vor dem sicheren Tod gerettet. «Die Fische konnten wir im Arner Bach aussetzen. Dort sind die Bedingungen noch etwas besser», erklärt der Fischenzpächter und hofft, dass in den nächsten Tagen endlich etwas mehr Regen fällt.

Verendete Forellen, für Scheidegger ein trauriger Anblick.zvg

Verendete Forellen, für Scheidegger ein trauriger Anblick.zvg

zvg