Die Auktion auf dem Horben hat Tradition. Heute stehen 13 Kühe, 2 trächtige Rinder, 12 Jährlinge (6-12 Monate alt) und 5 Kuhkälber (bis 6 Monate) zum Verkauf. Vor Auktionsbeginn schauen sich die Vieh-Experten die Tiere aus der Nähe an.

Kalb Nr. 30 mit Name Ukulele liegt gemütlich im Stroh und scheint sich nicht daran zu stören, dass einer der Interessenten sein Bein leicht anhebt. In einem gelben Heft sind alle Daten zu den Tieren vermerkt, Stammbaum, Milchwerte, Prozentzahlen und Massangaben; für einen Laien nicht feststellbar, dass es sich bei Ukulele um ein Kalb und nicht um ein Instrument handelt.

Braunviehauktion

Braunviehauktion

Hoher Milchpreis, wenig Kühe

Das Angebot an käuflichen Kühen und Jungtieren ist diese Jahr spärlich. «Der Milchpreis ist immer noch hoch. Deshalb melken die Bauern lieber, anstatt die Tiere zu verkaufen», erklärt Bauer Hugo Abt. Laut Abt könnte der Milchpreis schon bald unter Druck geraten, da sehr viel gemolken wurde: «Weil es sehr warm war und die Vegetation bereits weit fortgeschritten ist, hat es auch viel Futter.» Dafür gibt es viele Interessenten. Er habe im Vorfeld viele Anfragen gehabt, erklärt Abt. Ein Interessent aus Freiburg hätte sogar 30 Kühe kaufen wollen.

«Obwohl es nicht so viele Tiere zu ersteigern gab, ist er heute hier und bietet mit», sagt Abt. Künftige Auktionen werden vielleicht in erweitertem Rahmen stattfinden: «Wir müssen im Sommer über die Bücher und schauen, ob wir das Gebiet erweitern wollen. Vielleicht werden wir auch Anbieter aus anderen Kantonen einladen, damit es eine breitere Auswahl gibt.»

Kühe erzielen gute Preise

Der Reihe nach werden die Tiere in die Mitte der Bieter geführt und drehen dort ein paar Runden. Abt preist nochmals die wichtigsten Daten an – qualitativ habe man dieses Jahr sehr hochwertige Tiere. Dann beginnt der Auktionator mit einem Startgebot und ruft dann das Höchstgebot fortwährend ins Publikum, bis niemand mehr die Hand hebt: «Zum dritten, verkauft.»

Und er weiss genau, wie er die Tiere anpreisen muss. «Sie sollten mindestens zwei oder drei Kühe kaufen, dann fallen sie im Anhänger nicht so leicht um.» Kurz vor Mittag sind alle Tiere verkauft. Die Kühe haben einen Durchschnittspreis von 3415 Franken erzielt, die Rinder 2325 Franken, die Jährlinge 1278 und die Kuhkälber 880 Franken. «Damit bin ich sehr zufrieden», sagt Abt.