Es kommt wohl eher selten vor, dass ein Zahnarzt den Weg von Israel nach Wohlen findet. Doch für das internationale Micro-Car-Treffen vom 27. bis 29. April ist Dr. Alexander Sasha Goryunov mit seiner Mopetta kein Weg zu weit. Sein Wagen gilt als Rarität. Doch es ist längst nicht die einzige, die sich in Wohlen zeigen wird. Wenn die schnuckeligen Kleinstfahrzeuge – traditionsgemäss im Vier-Jahres-Takt – in der Bleiche Wohlen und am GP Mutschellen vorfahren, stehlen sie allen die Show.

Zahlreiche Einzelstücke dabei

«Aus dem Verkehrshaus Luzern erhalten wir den einzigen überlebenden Rapid-Kleinwagen – ein Schweizer Auto, das 1946 bis 1947 nur 36 Mal gebaut wurde», freut sich OK-Präsident Bernhard Taeschler. Auch mit dabei ist der «Geissmann», ein Einzelstück, das einst in Hägglingen gebaut wurde. Und auch der einzig überlebende Belcar, der in Wollerau gefertigt worden ist, kommt im Frühling nach Wohlen. Neueren Jahrgangs – aber auch schon Oldtimer – sind zwei in Menziken gebaute Diavolino. Vier echte Schweizer Fabrikate: «Das hat es noch nie gegeben», freut sich Taeschler. Neben den Schweizer Produktionen sind heute längst in Vergessenheit geratene Marken wie Felber, Kroboth, Kleinschnittger oder Champion mit dabei.

Noch dauert es drei Monate, bis die Micro-Cars ihre Motoren im Freiamt starten. Doch das Feld ist schon jetzt hervorragend besetzt. Gegen 120 Anmeldungen sind bereits eingegangen. «Täglich kommen weitere Anmeldungen dazu. Die Vielfalt ist grösser als je zuvor. Wir werden die Zahl von 150 Micro-Cars sicher erreichen», sagt der OK-Präsident.

Das Interesse ist enorm – nicht nur in der Region. Bereits haben sich Pressevertreter aus England und Israel angemeldet. Auch, weil das 11. Internationale Micro-Car-Treffen 2018 noch spezieller ausfällt als alle bisherigen. Zum ersten Mal findet es unter dem Label «Kulturerbe 2018» statt und ist zudem eine FIVA-Veranstaltung (Fédération Internationale des Véhicules Anciens). «Mir geht es darum, die gesamte Mobilität ins richtige Licht zu rücken. 1976 stand die Kultur nicht im Vordergrund. Damals waren es Studenten, die mit den Autos herumfuhren. Heute ist das anders, die Kultur gewann an Bedeutung. Und nach wie vor hat man die Micro-Cars einfach gern – so klein, fein und lieb wie sie sind», sagt Taeschler.

Das Programm steht

Das Treffen beginnt am Freitag, 27. April mit einem Ausflug im Bünztal. Am Samstag wird um 10 Uhr zur grossen Micro-Car-Rallye mit Postenarbeiten und Mittagsverpflegung in Möriken gestartet. Ab 16 Uhr gibt es einen Teilemarkt im Festzentrum, ab 18 Uhr einen bunten Abend mit musikalischen Einlagen (Renelvis) und Tombola. Am Sonntag fahren die Micro-Cars nach Rudolfstetten. Dort gibt es zuerst eine Ausstellung, dann nehmen alle Fahrzeuge am GP Mutschellen teil. (az)