Muri

Die Klosterkirche steht vor ihrem 950. Weihetag – Abt von Einsiedeln kommt

Führungen in der Klosterkirche Muri, hier mit Hardy Ketterer, sind sehr beliebt.

Führungen in der Klosterkirche Muri, hier mit Hardy Ketterer, sind sehr beliebt.

Am 11. Oktober feiert Urban Federer, Abt von Einsiedeln, den Gottesdienst in der Klosterkirche Muri. Vor fast 950 Jahren, am 11. Oktober 1064, wurde sie nämlich eingeweiht.

Nach dem Osterspiel steht Muri am 11. Oktober erneut im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit: Am Martinitag findet der 950. Weihetag der Klosterkirche statt. Urban Federer, Abt des Klosters Einsiedeln, leitet für den dienstlich abwesenden Abt Benno Malfèr den Pontifikalgottesdienst, in dem die Messe von Muri von Johann Valentin Rathgeber aufgeführt wird. Am Nachmittag gestalten die Frauen- und Männerschola Muri und Klosterorganist Johannes Strobl die obligate feierliche Vesper.

Nach der Acta Murensia weihte Bischof Rumold von Konstanz die Klosterkirche am 11. Oktober 1064 zu Ehren des heiligen Martin von Tours. Das Kloster Muri selber soll nach den vorliegenden Akten 1027 gegründet worden sein. Seine Geschichte wird gegenwärtig von einem hochkarätigen Historikerteam aufgearbeitet, damit der 1000. Geburtstag des Klosters 2027 in gebührender Form gefeiert werden kann.

Klosterkirche des Klosters Muri

Klosterkirche des Klosters Muri

Das Kloster ist eine Habsburger-Gründung. Deshalb richtet sich die Einladung zum 950. Weihetag besonders auch an das Haus Habsburg, das mit Muri stark verbunden ist. In der Loretokapelle der Klosterkirche richteten die Habsburger 1971 ihre Familiengruft ein. Darin sind die Herzen des letzten Kaiserpaares Zita und Karl I. bestattet. Die Habsburger Kaiserschützen fehlen am Weihetag. Sie nehmen in ihrem Heimatland an einem Gedenktag zum Ersten Weltkrieg teil.

Eine Einladung zum grossen Ehrentag in Muri erhalten alle Äbte der Benediktinerkongregation: neben Einsiedeln die Äbte der Klöster Engelberg, Disentis, Uznach, St. Maria im Südtirol und Mariastein, der Prior von Fischingen und die Klosterfrauen von Hermetschwil, Habsthal und des Klosters Fahr, wo die neuen Altartücher für die Klosterkirche angefertigt wurden.

Die Klosterkirche Muri

Die Klosterkirche Muri

«Die Klosterschwestern von Fahr bringen die Tücher am 11. Oktober mit», erläutert Martin Egli, Präsident der Vereinigung der Freunde der Klosterkirche Muri. Bei ihm laufen die Fäden für den Weihetag zusammen. Der Kanton Aargau, der das Kloster Muri 1841 aufgehoben hatte, wird ebenfalls mit einer Delegation der Regierung in Muri sein.

Krypta erinnert an erste Kirche

Die Klosterkirche sah ganz anders aus, als sie Bischof Rumold von Konstanz vor 950 Jahren weihte. Von den im romanischen Stil erbauten Teilen hat sich im Wesentlichen nur die Krypta erhalten. Im 17. Jahrhundert im Barockstil neu aufgebaut, strahlt sie heute eine Pracht aus, die den Habsburger Stiftern damals noch fremd war. Ein Kloster entstand in dieser Zeit ohnehin nicht innerhalb von Jahren, sondern von Jahrzehnten.

Als die Klosterkirche geweiht wurde, war das Stifterpaar Radbot und Ita von Habsburg bereits verstorben, der Gründerpropst Reginbold im Jahr 1055 ebenfalls. Radbots Sohn Werner hatte von Einsiedeln einen neuen Propst erbeten. Dieser Propst Burkhard nahm neben Werner von Habsburg an der Weihe der Klosterkirche teil und wurde 1065 zum Abt von Muri gewählt.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1