Geltwil
Die kleinste Freiämter Schule muss schliessen

Dauerhaft zu wenig Schülerinnen und Schüler: Als Alternativen werden jetzt für die Geltwiler Kinder Schulen der Nachbargemeinden oder eine Privatschule ins Auge gefasst

Eddy Schambron
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Die Rollladen im Schulhaus Geltwil sollen trotz Schliessung nicht dauerhaft unten bleiben; eine Privatschule hat ihr Interesse an den Räumlichkeiten bekundet. ES

Die Rollladen im Schulhaus Geltwil sollen trotz Schliessung nicht dauerhaft unten bleiben; eine Privatschule hat ihr Interesse an den Räumlichkeiten bekundet. ES

Eddy Schambron

Aus für die Geltwiler Gesamtschule auf Ende des Schuljahres 2016/17: Gemeinderat und Schulpflege Geltwil sehen keine Möglichkeit mehr, die gegenwärtig 15 Schülerinnen und Schüler umfassende Gesamtschule in die Zukunft zu führen. Sie wollen am 15. Februar die Dorfbevölkerung genauer informieren und auch die Alternativen aufzeigen. Eine Privatschule ist daran interessiert, die Schulräumlichkeiten in Geltwil zu übernehmen.

Völlig überraschend kommt der Entscheid nicht. Bereits im November letzten Jahres machten Gemeinderat und Schulpflege an der Einwohnergemeindeversammlung wenig Hoffnung. Schon lange hat die Gemeinde Schwierigkeiten, die Minimalzahl von 12 Schülerinnen und Schüler zu halten; es gelang seit Jahren meistens nur mit dem Zuzug auswärtiger Kinder. Mit der neuen, vom Kanton festgelegten Minimalzahl von 15 Schülerinnen und Schüler zur Führung einer Schule ist die Hürde nochmals höher und damit offenbar längerfristig unüberwindbar geworden. «Im nächsten Jahr wären es nur noch 12 Schülerinnen und Schüler, inklusive Kinder von auswärts», erklärt Schulpflegepräsidentin Corinne Arnold. «Noch ist vieles offen», sagt Gemeindeammann Daniel Appert. Der Gemeinderat wird an der Orientierungsveranstaltung einerseits die Umstände, die zur Schliessung führen, darlegen, andererseits die Alternativen aufzeigen: Primarschule in einer Nachbargemeinde und Privatschule in Geltwil.

Hohe Kosten

Neben dem Problem, die Mindestzahl von Schülerinnen und Schülern zu erreichen, stehen relativ hohe Kosten auf der negativen Seite. Der Gemeinderat hatte errechnet, dass die Schulkosten pro Kind bei der jetzigen Lösung in Geltwil fast doppelt so hoch sind wie in den umliegenden Gemeinden. Im Durchschnitt geben Beinwil, Buttwil und Muri für ein Schulkind knapp 9800 Franken pro Jahr aus. In Geltwil sind es fast 18 800 Franken. Ein von der Schulpflege eingebrachter Vorschlag mit vier zusätzlichen Lektionen pro Woche, Randstundenbetreuung für einen strukturierten Tagesablauf, drei Lektionen Französisch und eine Erhöhung des Schulleitungspensums um 10 auf 25 Prozent hätte Mehrkosten von 50 000 Franken gebracht. Der Gemeinderat hegte Zweifel, dass diese zusätzlichen Ausgaben das Image der Schule so steigern würde, dass die kantonalen Hürde dauerhaft zu schaffen wäre. «Der finanzielle Einsatz steht in einem ungünstigen Verhältnis zum zu erwartenden Resultat», sagte Appert.

Zwei Alternativen

Jetzt stehen offensichtlich zwei Alternativen im Raum: Klar ist die Möglichkeit des Schulbesuchs in einer Nachbargemeinde; die Gemeinde muss schliesslich die Schulbildung gewährleisten. Im Fokus dürften die Schulen von Buttwil und Beinwil sein; schon heute gehen die Kindergärtler mit dem Postauto nach Buttwil. Eine weitere Alternative ist die Etablierung einer Privatschule im erst 2012 komplett renovierten und vergrösserten Schulhaus. Die Meisterschwander Privatschule Sonnenweg hat Interessen an den Räumlichkeiten gezeigt und wäre imstande, ihre Tätigkeit schon im Sommer 2017 in Geltwil aufnehmen zu können.