Der Hauptgrund für die Restauration der katholischen Pfarrkirche St.Georg und Anna in Bünzen war ein Pilzbefall. Ganze Bänke und der Boden waren mit dem Schimmelpilz infiziert. Ein modriger Geruch machte sich in der Kirche breit und das Raumklima war schlecht. Die Bevölkerung von Bünzen war sich einig: Es muss etwas unternommen werden.

Abgesegnet wurde das Projekt im Mai 2012 an der Kirchgemeindeversammlung. Im Januar 2013 wurde unter der Leitung von Georg Rütimann mit den Bauarbeiten begonnen.

Unter den Bodenbrettern der Kirche war feuchtes Erdreich vorhanden, welches das Pilzwachstum förderte. Deswegen musste der Boden von Grund auf saniert werden. Als Erstes wurde die ganze Kirche geräumt, sogar ein grosse Bagger wurde zur Hilfe gezogen. Das Pfarrhaus erhielt eine neue Heizung und die Kinderbänke weichten einer längeren Bank.

Eine weitere wichtige Massnahme war das Ablaugen des bestehenden Anstrichs an Wänden und Gewölbe. Die Wände waren einmal weiss, durch den Pilz aber grau geworden. Zudem war die alte Farbe Wasser abweisend, was zum schlechten Raumklima beigetragen hat.

Scheingemälde wirkt real

All das gehört nun aber der Vergangenheit an. Die erste Phase der Bauarbeiten ist erfolgreich abgeschlossen. In einer zweiten Etappe wird nun der Innenraum neu gestrichen. Da das Ablaugen teilweise die ursprüngliche Architekturmalerei aus dem Jahr 1862 freilegte, kam die Idee auf, die Kirche originalgetreu zu restaurieren.

«Wenn wir schon erneuern müssen, können wir das auch nutzen», sagt Georg Rüttimann, Präsident der Baukommission. Der neue Innenraum soll heller und festlicher werden. Dazu wenden die Tripol Architekten Werner Lindegger und Daniel Schuhmacher einer optischen Täuschung an. Maler rekonstruieren die originalen Muster mithilfe von alten Fotos.

Sie benutzen dabei eine spezielle Technik, die einen dreidimensionalen Effekt erzeugt. Die Gemälde scheinen somit wie echte Ornamente aus Beton und ergänzen den Stil der Kirche optimal.

«Ich bin unglaublich begeistert, was mit unserer Kirche passiert. Sie bekommt endlich wieder eine Krone aufgesetzt», sagt der Seelsorger Tobias Zierof. Momentan werde der Gottesdienst reduziert durchgeführt. Ungefähr drei Mal im Monat fungiert die Turnhalle als Gotteshaus.

Das Ziel ist, die Wandmalereien bis Mitte Dezember zu beenden und dann mit der Innenausstattung fortzufahren. Nebst der Montage der Sitzbänke soll es auch einen neuen Zelebrationsaltar geben. Wie dieser aussehen wird, ist aber eine Überraschung. Klar ist, dass zur Einweihung am 28. Juni ein grosser Festgottesdienst mit einem Bischof stattfinden wird.

Stern kaufen, Kirche unterstützen

Kostenmässig liegt die Restauration gut im Rahmen. Von der Gemeinde wurde ein Kredit von 2,525 Millionen Franken gewährt. Aber auch viele Stiftungen, Privatpersonen und sogar der Bund unterstützten das Projekt. «Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die Kirche ist», sagt Jonas Kallenbach von der Aargauer Denkmalpflege.

Wer das Projekt nachträglich unterstützen möchte, kann eine Patenschaft mit einem Stern an der Decke der Kirche eingehen. Dies hat einen rein symbolischen Zweck: Der Käufer erhält eine Urkunde.