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Die jungen Frühlingspflanzen wecken die Lebensgeister

Im Frühling muss der Körper all die Stoffe loswerden, die er im Winter angesammelt hat. Naturheilpraktiker Ronny Beyeler (33) kennt die Powerpflanzen, die das fertigbringen.

Andrea Weibel
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«Gerade die jungen Pflanzen tragen sehr viele sekundäre Inhaltsstoffe in sich, um sich vor Krankheiten, Schädlingen und so weiter zu schützen», erklärt der Naturheilpraktiker Ronny Beyeler. «Wenn wir diese Stoffe essen, regen sie den Stoffwechsel an, entgiften und entschlacken.» Nach dem Winter sei das besonders wichtig, «weil uns diese Stoffe gefehlt haben und sich vieles im Körper abgelagert hat».
So sei auch der Bärlauch zu seinem Namen gekommen: «Nach seinem langen Winterschlaf braucht der Bär diese entgiftenden und entschlackenden Stoffe. Sie kommen besonders häufig im Bärlauch vor. Und weil er diesen bevorzugt isst, heisst der Bärlauch eben Bärlauch», verrät Beyeler lachend.
Frühling: Blätter und Stängel
Neben dem Bärlauch gehören der Löwenzahn (Artikel unter dem Bild) und die Brennnessel zu den wohl wichtigsten Pflanzen des Frühlings, hält Beyeler fest. «Kombiniert sind sie die perfekten Entgifter.» Wichtig sei dabei das generelle Prinzip: «Im Frühling verwendet man vor allem Blätter und Stängel, im Sommer eher die Blüten und im Herbst dann die Wurzeln, denn dort verbergen die Pflanzen die meiste Energie.»
Der Löwenzahn enthält sehr viele Bitterstoffe, welche Leber, Nieren und Galle - die Entgiftungsorgane - sowie die Darmtätigkeit anregen. «Ausserdem ist der Löwenzahn eine Sonnenpflanze, die Sonne ins Herz und in den Körper bringt», sagt Beyeler. Sonnenpflanzen wie der Löwenzahn dienen daher auch als natürliches Antidepressivum. Man könne ihn als Salat, Pesto, im Auflauf, als Sirup oder als Tee verwenden.
Powerpflanze Brennnessel
«Die Brennnessel wirkt ebenfalls entgiftend, dazu aber auch noch entwässernd. Sie regt besonders die Nierentätigkeit an.» Sie sei ebenfalls eine richtige Powerpflanze und trage enorm viel Kraft in sich. «Darum wächst sie nicht auf einem Acker, sondern an Stellen, die einen Kick brauchen, zum Beispiel im Schatten der Ställe. Sie bringt neuen Schwung in die Erde», erklärt Beyeler bewundernd. «Sie wirkt gegen Schwächeanfälle, Blutarmut und Menstruationsbeschwerden, denn sie enthält nicht nur viel Eisen, sondern sorgt auch dafür, dass der Körper das Eisen besser aufnehmen kann.»
Für viel Vitamin C sorgt laut Beyeler zusätzlich das Scharbockskraut. Allerdings sollte dieses nur roh in Salaten gegessen werden, weil die Vitamine beim Kochen kaputt gehen. Daneben hat auch dieses Powerkraut eine entgiftende Wirkung und rege Leber und Galle an.
Raus in die Natur
Einen Nebeneffekt des Kräutersammelns hebt Ronny Beyeler ganz besonders hervor: «Das Wichtigste im Frühling ist, dass der Mensch wieder nach draussen geht. Er muss die Natur spüren und die Lebensgeister wieder aufwecken.» Man müsse wieder in Kontakt mit der Natur kommen, denn «wenn man genau hinschaut, erkennt man sich selbst in den Pflanzen. Die Pflanzen, die um uns herum wachsen, zeigen uns, was für uns Menschen wichtig ist», macht der Naturfreund deutlich.

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