Kriminalkomödie
Die Jubla Boswil gewinnen mit ihrem Lagerfilm den Wettbewerb «Ideenreich»

Wortgewaltige Kultursachverständige würden den Film von Jungwacht Blauring Boswil im Feuilleton wohl als Kriminalkomödie bezeichnen. «Lagertrailer» nennen die Filmemacher selbst und in aller Bescheidenheit ihr 14-minütiges Werk, das nur so sprüht vor witzigen Einfällen und frechen Zitaten aus diversen Filmklassikern.

Christian Breitschmid
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Die «mexikanische Mafia» ist sehr kreativ. Ob diese Gruppe wohl das gestohlene Gemälde zuerst findet?

Die «mexikanische Mafia» ist sehr kreativ. Ob diese Gruppe wohl das gestohlene Gemälde zuerst findet?

zvg

Fakt ist, dass der Film von JWBR Boswil die Jury des schweizweiten Wettbewerbs «Ideenreich» der Bundesleitung von Jungwacht und Blauring dermassen überzeugt hat, dass sie ihm den ersten Preis zuerkannt hat.

Peter Zeltner, Scharleiter der Jungwacht Boswil und bei der Filmproduktion als Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann, Cutter und Schauspieler im Einsatz, freut sich sehr über die Anerkennung, die sein Werk in JuBla-Kreisen erfährt: «Was für einen Preis wir dafür bekommen, weiss ich noch nicht, aber das ist auch nicht so wichtig. Für uns zählen bei dieser Auszeichnung vor allem Ruhm und Ehre.»

Von unschätzbarem Wert

Neben Zeltner haben noch 32 weitere Leiter und Mitglieder von JWBR Boswil am Lagermotto und damit auch am Filmprojekt «Auf den Spuren von Lona Misa» mitgearbeitet. «Das Motto fürs Sommerlager wird jeweils vom Leitungsteam bestimmt», erklärt Zeltner. «Wir wollten irgendetwas mit verschiedenen Mafia-Clans machen.» Während der Arbeit am Drehbuch für den Lagertrailer, das Zeltner zusammen mit Jasmin Studer, Noemi Brunner und Adrian Burkard geschrieben hat, kam ihnen dann die Idee mit dem Kunstraub und der anschliessenden Jagd nach der «Lona Misa», bei der sich die italienische, japanische, mexikanische und russische Mafia ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Kein Wunder, denn das gestohlene Kunstwerk ist sage und schreibe 52'378'423.05 Franken wert.

Seit 2015 bewerben die JWBR-Leiter von Boswil ihre Sommerlager mit einem kurzen Film, der das Motto des Lagers präsentiert und die JuBla-Mitglieder dazu animieren soll, sich für das Lager anzumelden. Als die Bundesleitung den Wettbewerb für den besten JuBla-Werbefilm ausgeschrieben hatte, schickten die Boswiler ihren Lagertrailer ein, und die lobenden Kommentare auf der Website von «Ideenreich» überschlugen sich: «Oscar-reif», «Das muss zuerst einer besser machen», «Super gmacht! Würd am liebste au grad mit is Lager cho», «Ganz grosses Kino!», «De Wahnsinn!», «Ein wahres Meisterwerk», «Genial!!!» und viele weitere Superlative sind da zu lesen. Das durchweg positive Echo ist Wind unter den Flügeln der Filmemacher: «Auch nächstes Jahr wird es wieder einen Lagertrailer geben», bestätigt Zeltner.

Kamera läuft immer mit

Auch während des Sommerlagers, das JWBR Boswil vom 7. Bis 21. Juli im Berghaus Girlen in Ebnat-Kappel verbringt, läuft die Kamera immer mit. Denn die Reporterin der Tagesschau berichtet jeden Abend aktuell von der laufenden Fahndung.

Bei allen Aktivitäten rund ums Lagerhaus geht es für die einzelnen Mafia-Clans (Gruppen) darum, Informationen und Hinweise zu ergattern, die zum geraubten Gemälde führen. «Welche Mafia dann am Ende das Bild erobert, das wissen wir am letzten Tag», sagt Zeltner. «Aber am Schluss wird die Lona Misa eine Trophäe für alle sein, die in diesem Lager dabei waren und mitgemacht haben.»