Gleich zweimal führte die Stiftung für Behinderte im Freiamt ihren Spatenstich für den Integra-Neubau «Neuland» in Wohlen durch. Der Freitag war für die offiziellen Gäste reserviert, der Samstag für das Personal und die betreuten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese liessen 500 Luftballons in den Himmel steigen. «Das ganze Freiamt soll sehen, dass wir unseren Spatenstich feiern», bemerkte Integra-Finanzchef Thomas Hoffmann.

Vor dem grossen Akt kreiste ein Helikopter über Wohlen. «Nun kommt Doris, Doris Leuthard», riefen Kadermitarbeiter der Integra aus. Natürlich landete die Bundesrätin nicht auf dem Bauplatz. Die Beteiligten nahmen es locker und freuten sich auch ohne die Politikerin auf den lange herbeigesehnten Baustart.

Seit Jahren am Planen

Als Präsident der Stiftung für Behinderte blickte Josef Brunner in die Vorgeschichte des Neubaus zurück. «Schon 1999 stellte der Stiftungsrat fest, dass wir am Standort an der Jurastrasse in Platznöte kommen würden.» 2008 war es klar, dass ein Ausbau am alten Standort nicht mehr möglich war. Der Landkauf in der Nähe der Kantonsschule sei ein Glücksfall gewesen, erklärte Brunner.

Der Luzerner Architekt Tashi Dorij vom Architekturbüro Dorij Sigrist erläuterte das Projekt, das überarbeitet werden musste und in der Industriezone eine «Landmarke» besetzen werde. Die Grussworte der Politik überbrachte die Wohler Einwohnerratspräsidentin Ariane Gregor: «Die Integra-Familie als grösster Arbeitgeber in Wohlen ist auf einem Stück Land angekommen und verwirklicht einen seit 15 Jahren geplanten Traum», führte sie aus.

Schutzengel für den Neubau

«Hier entsteht eine neue Heimat für etwa 400 Personen. Eine Heimat, ein Zuhause zu haben, ist durch nichts zu ersetzen. Das neue Gebäude soll Sicherheit, Verlässlichkeit und tiefes Vertrauen für die Integra-Familie sein.» Damit könne sich die Familie nun verwurzeln und Fuss fassen. Mit dem Entscheid, dieses Land am Dorfrand zu kaufen, zeige die Integra Bodenhaftung in Wohlen. «Die Stiftung wird weiterhin mit Wohlen verwurzelt sein und geniesst zu Recht den Status «einheimisch».

30 Jahre nach der Eröffnung des damaligen Arbeitszentrums Freiamt in Wohlen freute sich die Einwohnerratspräsidentin auf den Baustart und die Einweihung des Neubaus im Frühjahr 2016. Als Präsent überbrachte sie Stiftungsratspräsident Brunner einen selber hergestellten Schutzengel. «Engel sind nützliche, allgegenwärtige Wegbegleiter, die uns mit Umsicht und Weitblick führen», bemerkte sie.

Der Schutzengel erledigte seine Aufgabe bemerkenswert gut. Gleich nach Adriane Gregors Ansprache begann es zu regnen.