Wo die eine Bank leere Räume zurückgelassen hat, versucht nun eine andere Bank ihr Glück: Erst vor einem Jahr ist die Credit Suisse aus der Bahnhofstrasse 13 ausgezogen. Im Herbst will dort nun die Hypothekarbank «Hypi» Lenzburg ihren Schalter öffnen. In der Branche gilt Wohlen bereits als «overbanked», also als ein Ort, wo sich schon jetzt zu viele Banken den Markt teilen.

Doch auch das hält die Hypi nicht von ihrem Plan ab. Direktor Roger Brechbühler erklärt: «Wir glauben daran, dass die persönliche Beziehung zu ihren Bankvertretern vielen Kunden trotz der Digitalisierung noch immer wichtig ist oder sogar wieder wichtiger wird.» Das Freiamt sei eine Wirtschaftsregion mit viel Potenzial, «das wir bisher noch zu wenig erschlossen haben. Wir glauben an die Region Freiamt».

Dottiker kommen nach Wohlen

Darum mietet sich die Traditionsbank ab Herbst an bester Passantenlage zwischen Migros und Bahnhof Wohlen ein. Es sollen hier künftig sämtliche Bankdienstleistungen mit Beratung angeboten werden. Dazu kommt eine 24-Stunden-Zone mit Ein- und Auszahlungsmöglichkeiten. «Die persönliche Beratung zu allen Finanzbedürfnissen steht dabei im Vordergrund», hält Brechbühler fest. Denn natürlich laufe heute vieles übers Internet, das soll auch so bleiben. Doch wer sich beraten lassen wolle, von der Hypothek über die Steuererklärung bis zur Einzahlung, könne das künftig hier tun.

Dabei ist die Hypi nicht neu im Freiamt. Seit 1974 ist sie bereits in Dottikon vertreten. «Die sechs dortigen Mitarbeitenden zügeln alle nach Wohlen.» In Dottikon werden weiterhin Beratungen und Ein-/Auszahlungen möglich sein, jedoch wird es keinen Schalter mehr geben. «Uns hat das Argument unserer Vermieter überzeugt, dass Dottiker sicher auch nach Wohlen auf die Bank gehen würden, nicht aber die Wohler nach Dottikon», sagt er augenzwinkernd. Und falls in Wohlen einmal ein Experte in einem Finanzgebiet nötig sein sollte, sei der Hauptsitz Lenzburg ja nicht weit weg – ein weiterer Vorteil des Standorts, findet Brechbühler.