Bettwil
Die Hommage an eine echte Töff-Legende: Egli, Fritz W.

In Bettwil wurde ein auf sechs Exemplare beschränkter Töff mit Zentralrohrrahmen geschaffen.

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Felicitas und Alexander Frei mit der auf sechs Exemplare beschränkten, 51000 Franken teuren «Egli Fritz W.». Eddy Schambron

Felicitas und Alexander Frei mit der auf sechs Exemplare beschränkten, 51000 Franken teuren «Egli Fritz W.». Eddy Schambron

Eddy Schambron

Was gestern in Bettwil feuerrot auf zwei Rädern präsentiert wurde, ist nicht einfach ein Motorrad. Es ist eine Hommage an die weltweit bekannte Motorrad-Legende Fritz W. Egli, den Gründer der Egli Motorradtechnik AG, welcher das Freiämter Dorf unter Töfffahrern in der ganzen Welt bekannt machte. Das Motorrad, in einer Auflage von nur sechs Stück gebaut, wird unter der Marke «Egli» und unter der Typenbezeichnung «Fritz W.» zugelassen.

Alexander und Felicitas Frei, die heutigen Inhaber der Motorradschmiede, freuen sich, mit der 51 000 Franken teuren, handgebauten Maschine eine wahre Exklusivität auf die Räder gebracht zu haben. Auf dem Tank jedes Exemplars prangt die Unterschrift der Legende.

Berühmt wurde Fritz W. Egli zuerst mit seinem Zentralrohrrahmen zu einer Zeit, als die Motorradrahmen meist mit den potenten Motoren überfordert waren. Sein Können untermauerte der Motorradmechaniker, wie er sich selber immer bescheiden nannte, mit dem Tuning von Serienmotoren und exklusiven Eigenbauten.

Klar ist deshalb, dass jetzt auch die neue «Egli», ein typischer Café Racer, mit dem traditionellen Zentralrohrrahmen, jedoch mit moderner Rahmengeometrie, versehen ist. Ebenfalls in bewährter Egli-Tradition musste ein durchzugsstarker Luft/Öl-gekühlter Vierzylindermotor zum Einsatz kommen. Dieser wurde aus der 1300er-Yamaha XJR adaptiert.

Gegenüber der originalen XJR wurde die «Egli» allerdings um rund 36 Kilogramm erleichtert und kommt nun auf ein Leergewicht, fahrbereit und vollgetankt, von gerade mal 208 Kilogramm. Es stehen knapp 100 PS und ein Drehmoment von 108,4 Nm bei 6000 Umdrehungen zur Verfügung.

Geschäft übergeben

Vor zwei Jahren hat Alexander Frei von Egli, damals 77-jährig, das Geschäft übernommen mit dem Ziel, es im gewohnten Stil weiterzuführen. Grundstein für die inzwischen 51 Jahre Egli Motorradtechnik waren eigentlich Bergrennen.

Der junge Fritz W. Egli hatte mit seiner Vincent zwar ein sehr starkes Motorrad zur Verfügung, aber gleichzeitig ein Fahrwerk, das mit der Leistung nicht mithalten konnte. Also baute er ein neues Fahrwerk selber. 1968 wurde er damit Schweizer Meister, andere Titel kamen hinzu.

Egli-Motorräder sorgten nicht nur auf der Rennstrecke für Aufsehen. Auch auf der Strasse optimierten die Fahrwerke die mit Fahrwerksschwächen behafteten japanischen Maschinen. In den 70er- und 80er-Jahren verliessen in den Spitzenzeiten bis zu 200 Einheiten jährlich den Betrieb.

Nachdem die Motorradhersteller selber tadellose Fahrwerke lieferten, verlagerte sich Egli auf den Import der ungedrosselten Yamaha-V-Max aus den USA und auf Nischenmarken wie Royal Enfield aus Indien, Chang Jiang aus China, MZ aus der DDR sowie Sherco und Rieju aus Spanien. Zuletzt sorgte er 2009, im Alter von 71 Jahren, auf dem Salzsee von Bonneville in der Kategorie Seitenwagen mit einem Geschwindigkeits-Weltrekord für Aufsehen.

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