Waltenschwil
Die hohe Kunst des Minigolfspielens

An den Mannschafts-Meisterschaften im Minigolf haben am Wochenende in Waltenschwil acht Gruppen um den Schweizer-Meister-Titel gespielt. Dabei kann nur schon die Wahl des Balles zu Sieg oder Niederlage führen.

Dominique Bitschnau
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Passt er? Das Minigolf ist eine Wissenschaft für sich. Gefragt sind volle Konzentration – und der richtige Ball.

Passt er? Das Minigolf ist eine Wissenschaft für sich. Gefragt sind volle Konzentration – und der richtige Ball.

Bitschnau

«Ass!», ruft ein Minigolf-Spieler, als er in einem Schuss das Loch trifft. Es ist ein vereinzelter Ausruf an der Mannschafts-Schweizermeisterschaft im Minigolfspiel der Nationalliga West. Ansonsten ist es eher ruhig auf der Anlage, denn die Spieler sind alle hoch konzentriert. Auch Besucher dürfen deswegen keine auf die Minigolfanlage im Büelisacker.

Es spielen acht Mannschaften in sechs Runden gegeneinander. Die Teilnehmer spielen zwar einzeln, die Punkte werden am Schluss aber zusammengezählt. Die Sechser-Mannschaft, die am wenigsten Schläge braucht, wird Schweizermeister B West. Gruppen aus der östlichen Schweiz spielen zur gleichen Zeit um den Titel im Thurgau. «Es geht darum, festzustellen, welcher Club am konstantesten spielt», sagt Erich Stähli, Präsident des Minigolfclubs Büelisacker.

Ball wählen ist eine Kunst

Es sieht gar nicht so schwierig aus, wenn die Minigolfspieler auf der Büelisacker-Anlage schlagen und in einem Schuss ins Loch treffen. Der Schein trügt. Schaut man die Taktik dahinter an, gleicht Minigolf fast schon einer Wissenschaft. «Die höchste Kunst ist, den richtigen Ball auszuwählen», erklärt Stähli. Je nach Anlage, Bahn und Wetter müsse völlig anders gewählt werden. Gesamthaft gibt es im Minigolf rund 30 000 verschiedene Bälle. Der eine ist schnell, hart und rau, der andere langsam, weich und glatt.

Am Turnier nehmen die Spieler jeweils mindestens 20 Bälle mit – je nach Anlage und Wetter. Ein Teilnehmer hat an der Mannschafts-Schweizer-Meisterschaft sogar ein Koffer mit Heizung dabei, denn je nachdem, wie warm der Ball ist, rollt er anders. «Manchmal wird der Ball bis zu 40 Grad aufgeheizt», so Stähli. Vor jeder Runde putzen die Spieler die Bahn kurz nach. «Jedes Steinchen lenkt den Ball ab», erklärt Stähli. Die Büelisacker-Bahn wurde 1964 gebaut und gehört damit zu den ältesten in der Schweiz.

Minigolf als Leistungssport

Immer wieder anzutreffen sind auch Spieler, die auf sogenannten Kreisplänen nachschauen, aus welchem Winkel sie spielen sollen. Schnell wird klar, dass ein direkter Treffer beim eigenen Spiel in der Freizeit eher Zufall war als Können. Stähli bestätigt:

«Minigolf ist ein Leistungssport. Wenn man nicht trainiert, kommt man auch zu nichts.» Bis zu zweimal in der Woche trifft sich der Minigolfclub Büelisacker, um Schlagtechniken und Ball-Einlochen zu üben. Erich Stähli selber nimmt am Turnier aus Organisationsgründen nicht teil. Zudem ist er Betreuer und bietet einigen Teilnehmern aus dem Club Unterstützung.
Nach Halbzeit am Samstagabend hatte der Minigolfclub Eichholz Geralfingen die Nase vorn. Der Minigolfclub Büelisacker folgte kurz darauf auf Platz drei. Die Rangordnung kann sich in drei weiteren Runden aber noch ändern. «Im Minigolfen bleibt es immer spannend bis zum Schluss», so Stähli. Vielleicht kann der MC Büelisacker seinen Heimvorteil ausnutzen und noch aufholen. Weitere Resultate könnenunter www.minigolfverband.ch abgerufen werden.

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