Wohlen

Die Hitzeschlacht am Güggeligrill

Am traditionellen Waldfest beim Fröschenteich in Wohlen rotierten nicht nur die Poulets in der Hitze.

«Die Güggeli hier hängt ihr dort runter. Gut so. Und jetzt diese dort. Auf den vorderen Grill. Am besten ganz nach oben. Gut so. Ja, das passt.» Mit knappen Sätzen instruiert Stefan Meier seine Kollegen vom Grillteam. Dann wischt er sich den Schweiss von der Stirn. Meier, Wohler Badmeister im Hauptberuf, zeichnet im vierten Jahr verantwortlich für die Zubereitung der Güggeli am traditionellen Waldfest. Am Tag, als in der Schweiz sämtliche Temperaturrekorde gebrochen wurden, schuftete das Grillteam an den sechs Grills förmlich im Schweisse seines Angesichts. 50 und mehr Grad Lufttemperatur rund um die Grills wurden locker erreicht. Egal, so Meier. «Wir wollen auch dieses Jahr wieder die besten Güggeli bieten. Dafür arbeitet mein Team hart.»

Wichtig: Den Zeitplan einhalten

Die Arbeit beginnt bereits am Vorabend, wenn die Kohle in die bereit gestellten Grills geschüttet wird. Und zwar streng nach Vorgabe. «Es ist wichtig, dass die Hitze exakt auf die Poulets trifft», so Meier, «nicht, dass sie aussen verkohlt und innen roh sind.» Am Tag des Waldfests sind die Grilleure bereits frühzeitig vor Ort. Damit die ersten Güggeli pünktlich verzehrt werden können, muss ein strikter Zeitplan eingehalten werden: rechtzeitig anfeuern, Grill bestücken um 16.15 Uhr, Güggeli herunternehmen um 17.30 Uhr. «Fünf Viertelstunden sind die ideale Grilldauer», so Meier, «dann sind sie schön knusprig.» Geliefert werden die Poulets fixfertig gewürzt, eine meiersche Marinade verleiht ihnen schliesslich den speziellen Geschmack.

Weniger Betrieb als letztes Jahr

Die Güggeli des Vereins Waldhütte Fröschenteich sind weitherum bekannt. Jahr für Jahr locken «Cooler Sound und heisse Hühner» (so der offizielle Slogan) Hunderte von Besuchern zu der im Jahr 1964 erbauten Waldhütte. Letztes Jahr verdrückten 800 hungrige Mäuler ebenso viele Portionen Güggeli. Vorgestern Samstag war der Andrang etwas bescheidener. «Ich vermute, dass vor allem das heisse Wetter einige von einem Besuch bei uns abgehalten hat», so Chef-Grilleur Meier. In Zahlen: 680 Portionen Güggeli brachte man an die Frau respektive den Mann. Entsprechend weniger Leute pilgerten folglich zum Fröschenteich. Die letzten Güggeli gingen um 22.30 Uhr über die Theke.

Zu Ende war das Waldfest dann aber noch lange nicht. Eine Live-Band aus Österreich, ein grosszügiges Dessert-Angebot, eine bestens sortierte Bar und die einmalige Stimmung hielten viele Leute von einer frühen Heimkehr ab. Gerüchten zufolge sollen sich die letzten Festbesucher um vier Uhr morgens auf den Heimweg gemacht haben. Kein Wunder, ziehen die Veranstalter ein positives Fazit. Meier: «Wir sind zufrieden mit dem Waldfest 2015.»

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