Feuerwehr

Die Handdruckspritzen tun ihren Dienst noch heute

Beim Handdruckspritzwettbewerb erfreuten sich die Besucher an nostalgischer Stimmung – ausserdem hielt der Verein Freunde der Handdruckspritzen Wohlen eine besondere Überraschung bereit.

Sobald man das Schulhausareal in Bünzen betritt, fühlt man sich ins 18. Jahrhundert zurückversetzt. Feuerwehrautos, wie wir sie kennen, gab es damals nicht. Sogenannte Handdruckspritzen halfen den Feuerwehrleuten bei der Bekämpfung von Bränden.

Ebendiese stehen momentan auf dem Platz, umgeben von Männern und Frauen in Uniformen aus dieser Zeit. Denn dieses Wochenende fand der alljährliche Handdruckspritzwettbewerb in Bünzen statt. Insgesamt 27 Vereine nehmen an dem Wettbewerb teil. «Wir sind bloss zum Spass hier», erklärt Hansruedi von dem Verein Sprötzegruppe Bettwil.

«Wir schätzen die kollegiale Atmosphäre sehr.» Bei den Mitgliedern des Teams handelt es sich hauptsächlich um ehemalige Feuerwehrleute. «Wenn man einmal dabei ist, kann man es einfach nicht lassen», meint Hansruedi.

Nostalgie und viel Handwerk auf dem Schulhausplatz in Bünzen.

Nostalgie und viel Handwerk auf dem Schulhausplatz in Bünzen.

Spritzen sind historische Schätze

Bei dem Wettbewerb wird nicht nur bewertet, wie weit der Wasserstrahl der Handdruckspritze reicht, benotet werden auch die geschichtlich korrekten Uniformen sowie die Originaltreue der Spritze.

Darunter finden sich historische Schätze: Die ausgestellte Spritze der Bünzer aus dem Jahr 1822 beispielsweise war auch beim verheerenden Brand des Klosters Muri (1889) im Einsatz. «Mehrere Tage wütete das Feuer im Kloster. Sogar Feuerwehrleute aus Glarus und Einsiedeln sollen mit uns versucht haben, den Brand zu bekämpfen», erzählt Alfred Strebel, Mitglied des Organisationskomitees.

Bei der Handdruckspritze, mit welcher der Feuerwehrverein Bünzen am Wettbewerb teilnimmt, handelt es sich um ein jüngeres Modell. «Die andere wäre auch funktionsfähig», erklärt Strebel, «aber da es sich um ein Ausstellungsstück handelt, gehen wir mit der jüngeren an Wettbewerbe.»

Für das Wochenende liess sich der Verein Freunde der Handdruckspritzen Wohlen (Wolga) etwas besonderes einfallen. Wie in alten Zeiten erreichen sie Bünzen mit einem Pferdegespann vor der Spritze. Ausserdem spannten sie zwei Pferde vor einen Wagen, der die Mitglieder transportierte. «Früher, als es noch keine Dieselmotoren oder Ähnliches gab, musste man die Spritze tatsächlich so bewegen», erklärt Strebel. «Bei kürzeren Strecken schoben die Feuerwehrleute den Wagen, für längere Strecken wurden wie hier Pferde eingesetzt.»

Von Wohlen sind die Wolga-Mitglieder zunächst auf der Strasse nach Waltenschwil geritten und von dort auf Feldwegen der Bünz nach Bünzen gefolgt. «So sind wir halt!», tönt es aus den Reihen des Vereins. «Einen super Auftritt hinlegen, das haben wir drauf.»

Historisch korrekt tritt auch der Feuerwehrverein Wollerau auf. Statt der üblichen Uniformen tragen sie Alltagskleidung aus vergangenen Zeiten. Unter anderem kann man einen Metzger, einen Bäcker und einen Handwerker erkennen. «Wenn es brannte, hatte man keine Zeit, um sich umzuziehen», erzählt Strebel. «Es musste schnell gehen, um den Schaden möglichst gering zu halten, da hatte man manchmal einfach keine Zeit, um die Uniform anzuziehen.»

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