Langsam kommen die Bauern in Not. «Der Platz in den Jauchegruben und Güllensilos wird knapp», hält die «Bauernzeitung» fest. Das bestätigt Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauerverbandes Aargau. «Tatsächlich sind die Lagerkapazitäten allmählich erschöpft und einige Bauern müssen sich nach Lösungen umsehen.» Eine solche ist gegenwärtig nicht das Güllen, weil das in der vorliegenden Situation verboten ist.

Zuviel Regenwasser

Die Lager auf den Bauernhöfen sind eigentlich ausreichend dimensioniert und können Gülle vorschriftsgemäss fünf Monate lang aufnehmen. «Das Hauptproblem ist der lange, nasse Winter», sagt Bucher. Die heutigen Laufhöfe bringen beim Regen mehr Wasser in die Jauchegruben. Fällt also viel Wasser vom Himmel, gelangt auch mehr in die Jauchelager. Aber auch wenn der Schnee schmilzt und die Böden auftauen, ist das Problem für die Bauern nicht vom Tisch. Sie können die angesammelte Gülle nicht bedenkenlos ausbringen, weil die Böden vom Wasser stark gesättigt sind. «Jauche muss in dieser Situation zurückhaltend auf die Felder verteilt werden», unterstreicht Bucher.

Im Winter brauchen die Pflanzen keine Düngung. Wird im Winter Dünger auf gefrorene Felder ausgebracht, kann dies zur Verunreinigung von Gewässern führen. Der Dünger wird zusammen mit Regenwasser in Gewässer abgeschwemmt. Zudem können Düngstoffe ins Grundwasser versickern und das Trinkwasser mit Nitrat versetzen.

Zwischenlösungen suchen

Wenn die Silos und Gruben vom Überlauf bedroht sind und die Gülle nicht ausgebracht werden kann, muss der Bauer eine Zwischenlösung suchen. Diese sind durchaus möglich, wie Bucher erklärt: «Einige Bauern haben mit der Viehwirtschaft aufgehört. Ihre Güllenlöcher kann man für eine Zwischenlagerung nutzen.» Bucher ist sich bewusst, dass diese Möglichkeit einen erheblichen Mehraufwand durch Transporte und damit Mehrkosten mit sich bringt. «Aber sie ist immer noch günstiger, als eine Gewässerverschmutzung zu verursachen.»

Eine ähnliche Situation gab es letztmals 2009. Auch damals waren im Februar die Güllenlöcher randvoll. Wie vor vier Jahren hoffen nun die Bauern auf wärmeres, vor allem aber trockenes Frühlingswetter. Es ist, zumindest für die nächsten Tage, noch nicht in Sicht.