Wohlen
Die grünste Badi soll zum Park werden

Für 10,4 Millionen Franken könnte Wohlen einen öffentlichen Park und eine sanierte Badi bekommen.

Andrea Weibel
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Die geschützten Betonpilze werden bestehen bleiben, jedoch wird der dortige heutige Haupteingang zum Seiteneingang degradiert. Visualisierung/zvg

Die geschützten Betonpilze werden bestehen bleiben, jedoch wird der dortige heutige Haupteingang zum Seiteneingang degradiert. Visualisierung/zvg

Visualisierung/zvg

Das Wohler Schwimmbad, das 1967 eröffnet wurde, steht seit sechs Jahren im kommunalen Inventar der schützenswerten Bauten. Insbesondere die 18 Betonpilze beim heutigen Eingang schienen es den Denkmalschützern angetan zu haben. Doch die grünste Badi des Freiamts ist gleichzeitig auch jene, die sowohl baulich als auch betrieblich am dringendsten saniert werden muss.

Am liebsten hätte der Gemeinderat für seine Einwohner die Becken erweitert, besonders das Nichtschwimmerbecken. Doch Studien haben gezeigt, dass die Becken für die Anzahl der jährlichen Badibesucher ausreichen. Und da für Wohlen keine finanziellen Höhenflüge möglich sind, beschränkt sich das neue Projekt nun auf die Sanierung der bestehenden Schwimmbecken und der gesamten Badianlage.

Das Wichtigste sind die Betonbecken. Um ihre Dichtigkeit ohne einen Neubau gewährleisten zu können, müssen sie mit einer Kunststofffolie ausgekleidet werden. Damit aber «die ursprüngliche architektonische Idee der aus der Erde stossenden Becken weiterhin spürbar bleibt, werden die seitlichen erdfarbigen, ausgewaschenen Sichtbetonflächen der Beckenränder nicht mit Folie überzogen, sondern bleiben sichtbar», heisst es im Bericht und Antrag an den Einwohnerrat. Lediglich Elemente wie die Durchschreitebecken, Sprunganlagen, Absturzsicherungen sowie der Wasserfall zwischen Sprung- und Schwimmerbecken müssen aufgrund geltender Normen saniert, erweitert und angepasst werden.

Park statt Eisfeld und Badi

Anstelle der bisherigen Badi und des kleinen Eisfelds plant der Gemeinderat Wohlen nun einen «Sportpark Bünzmatt», der die Sanierung der Badi sowie die Erstellung einer Eishalle einschliesst. Ausserhalb der Badi-Öffnungszeiten soll das Gelände als Park offen sein. Auf dem Gelände sollen auch wie bisher Minigolf, Skatepark und Pétanque-Anlage Platz finden. Zusätzlich soll eine Anlage für Beachvolleyball und -soccer entstehen. Die Gesamtkosten für die Anlage betragen 23,4 Millionen – 13 Millionen davon muss die Gemeinde zahlen. Am 20. Juni wird der Einwohnerrat über das Grossprojekt entscheiden, am 25. September kommt es dann vors Volk. Die Aargauer Zeitung stellt mehrere Aspekte in einer Serie vor. (aw)

Spielplatz unter Pilzen

Das grosse Projekt Sportpark Bünzmatt sieht bekanntlich vor, die baumbeschatteten Rasenflächen der Badi ausserhalb der Öffnungszeiten als Park öffentlich zugänglich zu machen und einzig die Schwimmbecken aus Sicherheitsgründen mit einem Zaun und Toren abzusperren. Ausserdem wird es nur noch einen Haupteingang für Badi und Eishalle geben, wodurch weitere Synergien genutzt werden können. Der heutige Eingang mit den Betonpilzen soll «nach denkmalpflegerischen Grundsätzen» in seine ursprüngliche Form rückgebaut und zum kleinen Nebeneingang werden. Neben einer Garderobe bietet er dann Raum für Spiel- und Liegeflächen sowie die minimale Infrastruktur zur Erweiterung des Gastronomieangebots für Tage mit sehr hohen Besucherzahlen. Das eigentliche Restaurant wird sich aber wie auch die Hauptgarderoben ebenfalls bei der Eishalle befinden.

Aktivkohle zur Entchlorung

Die Abwassergebühr für das sogenannte abgebadete Wasser kostet heute Fr. 1.50 pro Kubikmeter, die Menge beträgt pro Jahr rund 20 000 Kubikmeter. Darum hat sich der Gemeinderat entschieden, stattdessen einen Aktivkohlefilter für 90 000 Franken ins Budget mit aufzunehmen. Durch diesen könnte das entchlorte Wasser anschliessend direkt in die Bünz geleitet werden, und nach drei Jahren wäre er somit abbezahlt. Die Kosten für das Schwimmbad sowie die weiteren Sportanlagen (Skatepark, Minigolf, Pétanque und Beachsport), die ebenfalls auf dem Gelände des Sportparks Bünzmatt zu stehen kommen würden, liegen bei 11 Millionen Franken. Abzüglich Geldern der Denkmalpflege und aus dem Swisslos-Sportfonds bedeutet das für die Gemeinde Wohlen eine Aufwendung von 10,4 Millionen Franken. Denn anders als bei der Eishalle soll beim Schwimmbad die Gemeinde Wohlen Bauherrin sein. Danach wird aber auch die Badi von der neuen Betriebsgesellschaft geführt werden, die aus der Genossenschaft Eisbahn Wohlen heraus entstehen soll. Der Dirtpark, der heute neben dem Eisfeld steht, wird nicht ersetzt. Und auch die Asylunterkunft, die vom Kanton geführt wird, soll dann abgebrochen werden. Ihr Asyl-Kontingent erfüllt die Gemeinde Wohlen dennoch.

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