Wohlen
Die grössten Streitpunkte in der Schulraumplanung

In der Beurteilung der Standorte für ein neues Schulhaus in Wohlen fallen die Fazits sehr unterschiedlich aus.

Dominic Kobelt
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Im Schulhaus Halde in Wohlen wird der Platz knapp.

Im Schulhaus Halde in Wohlen wird der Platz knapp.

az/Archiv

1. Warum fallen die Bewertungen so unterschiedlich aus?

Der Gemeinderat hat eine Bewertungsmatrix erstellt, indem verschiedene Kriterien mit Punkten bewertet werden. Nicht alle Kriterien sind dabei messbar, unterliegen also einer gewissen Subjektivität. So rechnet der Standortvergleich der Gemeinde mit grossen Beeinträchtigungen beim Bau eines Schulhauses in der Halde, was die Architekten bezweifeln. Bei der Stufendurchmischung geben die Architekten dem Pilatus-Schulhaus nur 3, der Gemeinderat 4 Punkte, die Auswirkungen auf den Schulbetrieb Halde schätzen die Architekten geringer ein.

Die grösste Uneinigkeit herrscht aber bei den Punkten Pausenplatz-Attraktivität und bei den Kosten, die der Bau mit sich bringt.

2. Wie kommen die Unterschiede in der Preisberechnung zustande?

Laut Gemeinderat kostet die Variante Pilatus 30,8 Mio., die Halde 31,6 Mio. Franken. Die Architekten rechnen mit 31,1 Millionen (Pilatus) und 25,45 Millionen (Halde). Die immensen Unterschiede kommen hauptsächlich wegen der Parkplätze und benötigten Schulprovisorien zustande. Der Gemeinderat rechnet nur beim Schulhaus Pilatus mit oberirdischen Parkplätzen, für die Halde mit unterirdischen. Laut Architekten wären auch in der Halde oberirdische Parkfelder möglich.

3. Bietet die Halde genug Raum für Pausenplatz?

Der Gemeinderat hält ein zusätzliches Schulhaus in der Halde für nicht möglich, weil der Pausenplatz der bestehenden Schulhäuser beschnitten und noch mehr Schüler den heute schon kleinen Pausenplatz mitbenutzen würden. Die Architekten argumentieren, das Dach des Schulhauses könnte für die Schüler zugänglich gemacht und so weitere Pausenplatzfläche gewonnen werden. Die Mindestgrösse des Pausenplatzes für die Anzahl Schüler sei erfüllt. Laut Gemeinderat ist das aber nicht korrekt. Entscheidend ist, welche Flächen man zum Pausenplatz hinzuzählt.

Sicher ist: Würde auf der Halde ein neues Schulhaus realisiert, würde es in Sachen Schülerdichte auf jeden Fall einen Spitzenplatz im Aargau belegen. Auch in der ganzen Stadt Zürich gibt es keine derart grosse Schule auf so kleinem Raum. Die Schulleitung befürchtet bei einem zu kleinen Pausenplatz grosses Konfliktpotenzial. Zudem würden sich die Schüler nicht mehr gleich gut erholen, was Auswirkungen auf den Unterricht hätte.