Jetzt geht Kurator Bruno Käppeli nochmals mit dem Staubsauger durch das Merenschwander Ortsmuseum: Wenn am Sonntag das 30-Jahr-Jubiläum des Postlonzihus gefeiert wird, soll schliesslich der ganze wertvolle Schatz, der im Laufe der Zeit angesammelt werden konnte, im besten Licht präsentiert werden. Eine Ausstellung blickt auf die vergangene Zeit zurück, in der das bedeutendste Freiämter Ortsmuseum entstanden ist.

Das Ortsmuseum wurde 1987 auf Initiative von Leo Weber und der Kulturkommission gegründet. Im Postlonzihus, in dem einst der letzte Untervogt von Merenschwand gewohnt hat, fanden endlich zahlreiche Zeugen vergangener Zeiten eine definitive Unterkunft.

Bruno Käppeli, Josef Küng und Freddy Keusch halfen in unzähligen Frondienststunden mit, das Ortsmuseum auszubauen. Vor allem Käppeli, der heutige Kurator, hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen unglaublichen Reichtum in die Räume gebracht. Immer wieder hat er mit zahlreichen Helfern neue Abteilungen geschaffen – von der Wagnerei zur Schuhmacherei, von der Schmiede zur Metalldrückerei, von der Backstube zum Coiffeursalon.

Hier treffen Besucherinnen und Besucher auf zahlreiche Handwerksberufe, die eindrücklich zur Schau gestellt werden. Selbst ein altes Schulzimmer ist zu besichtigen, übrigens mit der ersten Schulmappe der heutigen Bundespräsidentin Doris Leuthard.

Sonderausstellungen ergänzen die äusserst vielfältige Schau von Gebrauchsgegenständen. Freiämterinnen und Freiämter begegnen hier ihrer eigenen Kindheit, treffen zum Teil auf bekannte, längst verstorbene Menschen und ihre (Lebens-) Geschichten. Kurzum: Das Postlonzihus ist mehr als ein Ortsmuseum, es bietet ebenso ein Abbild des oberen Freiamts früherer Zeiten.

Nie stehen geblieben

Bemerkenswert ist, dass das Museum zwar die Vergangenheit abbildet, aber immer mit der Zeit gegangen ist. Nicht zuletzt durch die Nähe von Käppeli zur Technik kommen immer wieder zeitgemässe Medien zum Einsatz.

Der begeisterte Fotograf und Filmer dreht selber seit rund 50 Jahren Filme und Dokumentationen über das Freiamt und die Freiämter und hat die Evolution des Filmes von 8 Millimeter bis zu Digital miterlebt. Das kam stets auch dem Ortsmuseum zugute. In Merenschwand passiert schliesslich seit über 50 Jahren sozusagen nichts, was nicht von Käppeli eingefangen und festgehalten wird. Das schilderte 2015 auch eine Dokumentation des Schweizer Fernsehens über den Dorfchronisten.

Mehr als Museum

Auch für die Gemeinde Merenschwand ist das Ortsmuseum mehr. Als «Kulturtreff und Begegnungsort» bezeichnet der Gemeinderat heute das Postlonzihus. Immerhin bietet der Begegnungsraum Platz für 40 Personen, der Tennenraum für 50 Personen. Beide Räume können für nicht kommerzielle Veranstaltungen gemietet werden.

Zum Begegnungsort wird das Museum sicher auch am nächsten Sonntag werden. Den ganzen Nachmittag gibt es Filme und einen Wettbewerb für Eltern und Kinder. «Es gilt, 18 Fragen zu beantworten, und es sind zehn Preise zu gewinnen, die von Merenschwander Firmen gespendet sind», verspricht Käppeli. Und saugt weiter Staub, damit das Postlonzihus am Jubiläumsanlass blitzsauber ist.