Bezirk Bremgarten
Die Genossen wollen mehr Vertreter in den Gemeinderäten

An der Generalversammlung der SP Bezirk Bremgarten fielen keine entscheidenden Beschlüsse. Dafür kamen Kampfwille und Herzblut der Sozialdemokraten zutage - unter anderem wurden die Änderungen im Einbürgerungsrecht scharf kritisiert.

Tim Honegger
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Thomas Leitch, Präsident der SP Bezirk Bremgarten, freute sich über den höheren Wähleranteil bei den Grossratswahlen.

Thomas Leitch, Präsident der SP Bezirk Bremgarten, freute sich über den höheren Wähleranteil bei den Grossratswahlen.

Im Jahresbericht ging Präsident Thomas Leitch-Frey besonders auf die erfreulichen Grossratswahlen ein: «Als einzige SP-Bezirkspartei konnten wir zulegen, obschon nur um 1,5 Prozent», erklärte er. Vor vier Jahren hätte dies für einen zusätzlichen Sitz gereicht – diesmal schrammten die Sozialdemokraten aus dem Bezirk Bremgarten aber an einem dritten Sitz im Kantonsparlament vorbei.

Leitch nimmt dies auf die leichte Schulter, «schliesslich sind unsere Exekutivmitglieder in Gemeinderäten auch enorm wichtig». Die kommunalen Wahlen scheinen für die Sektionen der Schwerpunkt dieses Jahres zu sein – so jedenfalls lautet der Tenor der Sektionspräsidenten, wenn sie auf das kommende Jahr blicken.

So würde Roland Schmid aus Hägglingen gerne eine Frau in die Männerbastion des lokalen Gemeinderates hieven. Was dazu noch fehlt, ist indes eine willige Kandidatin.

Die Gemeinderats-Wahlen erlauben den Politikern nach den Grossratswahlen des letzten Jahres keine Auszeit. Diese schlugen auch finanziell zu Buche: Die SP Bezirk Bremgarten unterstützte den Wahlkampf ihrer Kandidaten mit stattlichen 4000 Franken.

«Dank Spenden und Kandidatenbeiträgen kosteten uns die Wahlen lediglich 500 Franken», relativiert Revisor Jakob Rusterholz. Das entspricht genau dem Betrag, den die Bezirkspartei mit dem «Sozi-Preis» ausgibt. Dieser wird am 24. Mai an Hans-Peter Scherz verliehen, der in der Karibik ein Frauenhaus betreibt.

Aufgrund der geringen Ausgaben zog Rusterholz zufrieden Bilanz, obwohl in der Rechnung rote 2200 Franken stehen. «Das Defizit ist überhaupt nicht dramatisch, wir haben das Geld nur von der linken in die rechte Hosentasche verschoben».

Abschliessend berichtete Rosmarie Groux von ihrer Arbeit im Grossen Rat. Ihr Fokus lag auf einem Begnadigungsfall und dem neuen Einbürgerungsgesetz. In beiden Fällen seien die behandelnden Kommissionen – in denen auch sie vertreten ist – zu einem Konsens gekommen.

Im Plenum dann die Überraschung: Auf die sachliche Diskussion in der Kommission folgten wüste Voten und sogar persönliche Anfeindungen. «Dass die Einbürgerungsdebatte emotional geführt wird, war klar. Aber dass eine sachliche Argumentation überhaupt nicht zustande kam, ist traurig», so Groux.

Für Unverständnis und Brüskierung sorgte bei der SP vor allem, dass die Jahre, die jugendliche Ausländer in der Schweiz leben, bei der Einbürgerung bald nicht mehr doppelt zählen sollen. «Das ist das Gegenteil von Integration», klagte Leitch .