Der Nettoaufwand weist 1 Mio. Fr. Minderaufwand aus. «Das beweist eine sehr gute Budgetdisziplin in allen Abteilungen.» Allerdings sind auf der Gegenseite auch 1,54 Mio. Fr. Mindereinnahmen zu verbuchen. Dies erklärt Jauslin vor allem mit dem reduzierten Steuerertrag. «Wir konnten daher nur 2,36 Millionen abschreiben. Das ist etwas unter den Erwartungen, kommt im Kontext aber gut daher», findet er. Der Abschluss blieb insgesamt um 550000 Franken unter dem Budget.

Insbesondere in zwei Teilbereichen seien die Kosten gestiegen, auf welche die Gemeinde nur zum Teil Einfluss habe: «Bei der öffentlichen
Sicherheit haben wir die Regionalpolizei ausgebaut. Andererseits ist auch der Bereich Bildung teurer geworden, denn wir haben mehr Berufsschüler und die Bildungskosten des Kantons steigen ebenfalls immer weiter», erklärt Jauslin.

Nettoaufwand im Kantonsrahmen

Der Nettoaufwand beläuft sich 2010 auf 29 Mio. Fr. «Es ist wichtig zu sehen, dass die beiden Posten, die
zusammen über die Hälfte dieses Aufwands ausmachen, kaum beeinflussbar sind», sagt Jauslin weiter. Dies sind die Bildung (31,9%) sowie die soziale Wohlfahrt (23,8%), zu der auch Heim- und Spitalkosten zählen. «Das liegt im Rahmen des Kantons.»

Zudem hat Wohlen 6,8 Mio. Fr. Steuerausstände, das sind 23,5% des Steuerertrags der natürlichen Personen. «Das sind aber nicht nur Leute, die nicht zahlen wollen», macht Jauslin klar. «62,8% davon sind provisorische Steuern und 12,4% sind noch gar nicht fällig, dennoch werden die hier bereits aufgeführt. Man darf die grosse Zahl nicht falsch verstehen.» Insgesamt ist er zufrieden mit dem Steuerausstand. «Wir sind eigentlich sehr gut dran und haben uns diesbezüglich deutlich verbessert.»

Keine Finanzprobleme

Im vergangenen Jahr hat Wohlen Investitionen in Höhe von 3,5 Mio. Fr. getätigt. «Die Gemeinde ist nicht am Boden zerstört, wie das beispielsweise die SVP immer darstellt.» Wohlen sei keine der 19 Gemeinden des Kantons, die Finanzprobleme hätten und auch im Vergleich zu anderen Gemeinden sehr gut positioniert, was die Kennzahlen bewiesen. «Was in Zukunft zu ernsthaften Problemen führen kann, ist der tiefe Pro-Kopf-Steuerertrag, mit dem die immer
höheren Forderungen von Kanton und Bund gedeckt werden müssen.»

Ammann Walter Dubler fügt an: «Die Gemeinde Wohlen ist nicht arm. Wenn man unser Dorf verkaufen wollte, gäbe es einige sehr lukrative Plätze. Der Wert des Merkur- und
Isler-Areals ist viel höher, als er ausgewiesen wird», meinte Dubler

Er ist auch sonst zufrieden: «Nach dem schlechten Jahr 2009 folgte nun ein vernünftiges Jahr 2010. Es haben gute Leute Einzug in den Gemeinderat gehalten, mit der Arbeit können wir sehr zufrieden sein.»