Wohlen
Die Gemeinde wird grüner, attraktiver - eine Augenweide

Mit Alleen sollen die Siedlungsränder aufgewertet werden.

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Mitarbeiter des Werkhofs beim Pflanzen er Bäume

Mitarbeiter des Werkhofs beim Pflanzen er Bäume

zvg

Siedlungsränder sind dem Fonds Landschaft Schweiz (FLS) ein Dorn im Auge. Bereits 2014 hiess es: «Der Siedlungsrand ist vielerorts landschaftlich keine Augenweide und auch sonst kein attraktiver Ort. Er ist oft eher zufällig im Zuge des Siedlungswachstums entstanden und nicht bewusst gestaltet. Viele Flächen sind nicht zugänglich; die Umgebung ist oft nicht durchlässig. Doch in jedem Siedlungsrand steckt Potenzial.» Das Ziel sei, den Übergangsbereich zwischen überbauten und unbebauten Flächen zugänglich, durchlässig und multifunktional nutzbar zu machen.

Schattenspendende Bäume

Die Arbeitsgruppe Landschaft/Umwelt des Regionalplanungsverbandes «Unteres Bünztal» hat in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wohlen einen Plan mit dem Schwerpunkt «Aufwertung der Siedlungsränder» erarbeitet. In der Kommission Natur und Landwirtschaft Wohlen wurde beschlossen, die ökologische und optische Aufwertung der Siedlungsränder, insbesondere bei den Ortseinfahrten anzugehen.

Die Siedlungsränder sollen mittels Baumbepflanzung optisch und ökologisch aufgewertet werden. Die neuen Bäume entlang der Strassen bieten Schatten für Fussgänger und Velofahrer, unterstützen die Orientierung der Verkehrsteilnehmer und produzieren Sauerstoff. Zudem kühlen sie die Umgebung, da sie Wasser verdampfen. Das verbraucht Wärme, die dann nicht die Luft aufheizt und somit im Sommer zu einem verträglicheren Klima im Siedlungsgebiet beiträgt. Weiter wirken die Bäume als Feinstaubfilter. Mit der Wahl von einheimischen Baumarten wird auch der Biodiversität Rechnung getragen. Neue Lebensräume für Käfer, Schmetterlinge und Vögel werden so geschaffen.

Zwischen Herbst 2016 und Anfang 2017 wurden seitens der Abteilung Planung, Bau und Umwelt der Gemeinde Wohlen Gespräche geführt mit verschiedenen Grundeigentümern und Bewirtschaftern von möglichen Standorten für neue Alleebäumen . Das Ziel war, mit allen Beteiligten einen Konsens zu finden bezüglich der Frage, wo welche neuen Bäume gepflanzt werden, .

Die Gemeinde macht die Arbeit

Die Pflanzarbeiten, die Pflege und der Unterhalt der neuen Bäume wurden schlussendlich mit einer Vereinbarung seitens der Gemeinde geregelt. Der Werkhof der Gemeinde Wohlen hat, in Koordination mit der Naef Landschaftsarchitekten GmbH aus Brugg, Mitte April 2017 insgesamt 33 neue Alleebäume auf Privatland gepflanzt: Zitterpappeln, Stiel-Eichen und Winter-Linden. Die Standorte der neuen Bäume verteilen sich über das Gemeindegebiet. Im Norden von Anglikon vom Schwellhof über die Bergmatt bis in den Westen Wohlens zur Dorfeinfahrt bei der Bremgarterstrasse.

Die neuen Alleebäume wurden aus dem Budget für Naturschutzmassnahmen durch die Gemeinde Wohlen finanziert und werden vom Werkhof der Gemeinde entsprechend gepflegt. Somit ist der Anwuchs garantiert. Bei Alleebäumen, welche im Landwirtschaftsland stehen, besteht für den Bewirtschafter die Möglichkeit, diese im Rahmen des regionalen Landschaftsqualitätsprojektes anzumelden, damit Direktzahlungen des Bundes beantragt werden können.

Gespräche mit neuen Grundeigentümern und Landwirten, um weitere Standorte für die Alleen zu definieren, laufen bereits. Die Gemeinde ist bestrebt, das Projekt weiterzuführen und das Gesicht der Siedlungsränder in der Gemeinde Wohlen aufzuwerten. Ganz nach dem Motto der Gemeinde «lebendig & mittendrin» begegnen sich Natur, Siedlung und Landwirtschaft in Wohlen am Siedlungsrand. Mit den neuen und zukünftigen Alleebäumen entsteht ein langfristiger Mehrwert für alle. (az)