Oberlunkhofen

Die ganz speziellen Schmuckstücke von Annick Bron

Annick Bron (34) aus Oberlunkhofen stellt eleganten bis schrillen Gothic-Schmuck aus Tier-Nachbildungen her. Seit ihrer Jugend hat die 34-Jährige eine Affinität zur «Schwarzen Szene», wie sie sie nennt.

Schwarz gewandete Menschen, Furcht einflössend leichenblasse Gesichter und vermutlich auch böse magische Kulte – so stellen sich viele Leute die Gothic-Szene vor. Die Oberlunkhoferin Annick Bron ist jedoch der lebende Beweis dafür, dass der Stil viel mehr mit Fantasie als mit Zauberei zu tun hat.

«Nichts mit Okkultismus zu tun»

Seit ihrer Jugend hat die 34-Jährige eine Affinität zur «Schwarzen Szene», wie sie sie nennt. «Mir gefällt der düster-romantische Stil und die damit verbundene Mode. Mit Okkultismus hat das gar nichts zu tun», sagt sie. «Die Leute in dieser Szene sind unglaublich kreativ und ihre Ideen inspirieren mich.» Vor allem am Wave-Gotik-Treffen bekommt sie immer neue spannende Inputs. Das Festival füllt jedes Jahr die Strassen von Leipzig mit schwarz wie auch knallbunt gekleideten Leuten. «Letztes Jahr habe ich beispielsweise Kopfputz mit Rehgeweihen gesehen», erinnert sich Bron.

Selber hat sie immer wieder nach neuen Kleidern und Accessoires gesucht, die sie zu ihrem Outfit kombinieren konnte. «Ich habe oft im Internet gestöbert. Doch dann fand ich, ich könnte mir den Schmuck auch selber anfertigen.» Das war die Geburtsstunde ihrer extravaganten, von elegant bis schrillen Schmuckkreation, die sie nun seit einem Jahr anbietet und die immer beliebter wird. Wichtig ist ihr dabei: «Ich kopiere nie, sondern lasse mich lediglich von anderen inspirieren.»

Bestandteile aus der ganzen Welt

Einen Federschmuck fürs Haar, den sie selbst zusammengestellt hat, kombiniert Annick Bron mit einem schwarzen Rabenschädel. Auf einem anderen Federbett liegt ein überlebensgrosses weisses Seepferdchen. «Keine Angst, ich habe keine Krähenzucht hinter dem Haus», hält sie lachend fest. «Es sind alles Repliken aus Giessharz, die ich aus den USA besorge.» Die meisten Bestandteile ihrer Werke bestellt die kreative Detailhandelsfachfrau übers Internet aus der ganzen Welt. «Nur die Federn und die Schmucksteine bekomme ich hier», erklärt sie.

Dabei ist ihr die ethische Korrektheit wichtig: «Die Vögel werden nicht wegen ihrer Federn getötet. Es sind alles Federn, die sowieso ausfallen.» Diese werden eingefärbt, mit Spitze, Steinen, Ketten und allem, was die Fantasie zulässt, kombiniert und zu immer neuen fantastischen Kreationen gebüschelt. «Es sind Einzelstücke. Ich mache selten ein Stück zweimal», so Bron.

Die Qualitätist ihr sehr wichtig. Gerade an den Haarspangen hat sie lange getüftelt, denn sie sollen nicht nur bei lockigem Haar halten. «Ich habe selber sehr glattes Haar. Die Spangen habe ich so lange verändert, bis sie garantiert den ganzen Tag gehalten haben.»

Kaufen kann man den Schmuck hauptsächlich in ihrem Internetshop unter www.etsy.com/shop/Ravennixe. «Unterdessen verkaufe ich sie aber auch im ‹7-Sins› in Aarau und bald im ‹Walhalla› in Olten», freut sich die Schmuckdesignerin. Am allerliebsten geht sie mit ihren Kreationen aber an den Kensington Market in Zürich, der am 1. April wieder stattfinden wird.

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