Flachsee
Die Flamingos auf dem Flachsee locken viele Fans an

Neun Flamingos halten sich seit Freitag am Flachsee südlich von Bremgarten auf. Die acht Jungvögel und der erwachsene Flamingo sind im Kanton willkommen. Ihnen droht kein Abschuss.

Lea Durrer
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Seit Freitag leben neun Flamingos beim Flachsee südlich von Bremgarten
9 Bilder
Die Gruppe besteht aus einem erwachsenen Tier und acht Jungvögeln
Rosaflamingos auf Flachsee
Rosaflamingos auf Flachsee
Flamingos auf dem Flachsee bei Bremgarten
Flamingos am Flachsee
Flamingo auf dem Flachsee
Flamingo auf dem Flachsee
Flamingo auf dem Flachsee

Seit Freitag leben neun Flamingos beim Flachsee südlich von Bremgarten

Adrian Hunziker

Die Flamingo-Gruppe stösst auf reges Interesse. Bereits frühmorgens stehen Ornithologen und Hobbyfotografen mit grossen Objektiven in Stellung, um die besten Bilder zu schiessen. Darunter ist auch Ali Harissa. Er war bereits um 7 Uhr morgens auf der Pirsch: «Früh morgens ist das Licht am besten. Der orange Schimmer der Sonne führt zu schönen Bildern.» Harissa, Hobbyfotograf seit zwei Jahren, hat viel Zeit, um Fotos zu schiessen. «Ich bin Hausmann und meine Frau arbeitet», lächelt er.

«Es handelt sich bei den Tieren um Rosaflamingos», weiss Thomas Stucki, kantonaler Fischereiaufseher. Dass es «Gefangenschaftsflüchtlinge» sind, wie es der letzte im Aargau aufgetauchte Chile-Flamingo war (az berichtete), schliesst er hingegen aus. «Sie sind selber eingeflogen und werden auch wieder weiterziehen», ist sich Stucki sicher.

Das Amt für Jagd und Fischerei hat deshalb keine Aktion gegen die langhalsigen Vögel geplant. Sie dürfen ihren Aufenthalt hier geniessen, so lange sie wollen. Der Tod durch die Kugel des Jagdaufsehers droht den Flamingos nicht.

Flachsee

Der Flachsee erstreckt sich im Reusstal südlich von Bremgarten über ungefähr drei Kilometer. Weitläufige Sumpflandschaften, kleine Inseln und breite Schilfgürtel wechseln sich ab. 1975 durch den Neubau des Wasserkraftwerkes Emaus bei Zufikon entstanden, gilt das Gebiet heute als Wasser- und Zugvögelreservat von nationaler Bedeutung. Rund 50 Vogelarten brüten dort regelmässig. (ldu)

Übrige Flamingos sind verschollen

Neun Vögel sind es insgesamt, die auf ihrem Erkundigungsflug beim Flachsee einen Halt einlegten. Noch am Freitag weilten sie zusammen mit acht weiteren Flamingos im Vorarlberger Rheintal. Beim Flachsee tauchten sie in reduzierter Formation auf. Wo die übrigen Vögel sind, ist nicht bekannt.

Warum tauchen die Flamingos gerade im Reusstal auf? «Am Flachsee muss es ihnen offensichtlich passen», meint Michael Schaad von der Vogelwarte Sempach. Das Nahrungsangebot und die Witterung müsste wohl stimmen.

«Ein Flug nach Norden ist eher ungewöhnlich»

Dass sich die Flamingos überhaupt auf einen Erkundigungsflug begeben, kann sich Schaad nicht genau erklären. «Ein Flug nach Norden ist eher ungewöhnlich. Besonders für diese Anzahl», so Schaad. Es könnte durchaus sein, dass sich am ursprünglichen Ort zu viele Flamingos aufhielten.

Ornithologen, Fachleute und Ausflügler dürfen sich noch für unbestimmte Zeit an den Tieren erfreuen. Wie lange es den Flamingos im Flachsee gefällt, kann jedoch niemand sagen. Laut Michael Schaad ist eine langfristige Ansiedlung nicht anzunehmen. «Es ist unwahrscheinlich, dass sie längere Zeit beim Flachsee bleiben». Schaad nimmt an, dass die Flamingos bald ins Podelta zurückfliegen werden.