Bremgarten
Die Finanzlage hat sich überraschenderweise entspannt

Fast alle Kennzahlen des Budgets und der Finanzplanung von Bremgarten sind im grünen Bereich. Das Budget basiert deshalb auf einem unveränderten Steuerfuss von 97 Prozent.

Lukas Schumacher
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Mit 4,7 Mio. Franken ist die Sanierung der Badeanlage Bremgarten 2016 die happigste Investition; die Sanierungsarbeiten desFreibadgebäudes sind bereits angelaufen (Foto), die Erneuerung des Hallenbads beginnt Ende April/Anfang Mai 2016.

Mit 4,7 Mio. Franken ist die Sanierung der Badeanlage Bremgarten 2016 die happigste Investition; die Sanierungsarbeiten desFreibadgebäudes sind bereits angelaufen (Foto), die Erneuerung des Hallenbads beginnt Ende April/Anfang Mai 2016.

Lukas Schumacher

Vor einem Jahr war es eng geworden. Nur mit Ach und Krach kam Bremgarten um eine Steuererhöhung herum. Jetzt hat sich die angespannte Finanzlage überraschenderweise entkrampft, obschon Bremgarten nächstes Jahr beachtlich viel Geld – nahezu 6 Millionen Franken brutto – investieren wird. «Auch 2016 können wir unseren Steuerfuss von 97% halten», teilte Stadtammann Raymond Tellenbach soeben am Presse- und Informationstreffen im Zeughaussaal mit.

Die Finanzkommission, die vor einem Jahr durchaus begründet, aber erfolglos eine Steuererhöhung gefordert hatte, pflichtet Tellenbach diesmal bei. Aktuelle Zahlen und Fakten sprechen denn auch für den bisherigen Steuerfuss. So wird Bremgarten dieses Jahr die erwarteten 17,1 Millionen Franken Einkommens- und Vermögenssteuereinnahmen übertreffen, und das Gemeindebudget 2016 sieht gut aus.

Eine schwarze Null

Zwar weist Bremgarten fürs Jahr 2016 beim operativen Ergebnis ein Minus von rund 1,3 Mio. Franken aus; Ursache dafür sind hohe Abschreibungen im Betrag von 2,8 Mio. Franken, die man gemäss neuem Rechnungsmodell HRM2 tätigen muss.

Im Gegenzug können aber 1,3 Mio. Franken locker der Aufwertungsreserve entnommen werden, sodass nächstes Jahr eine schwarze Null resultiert. Der Cashflow beträgt beachtliche 1,54 Mio. Franken, womit man die hohen Investitionen, darunter 4,7 Mio. Franken für die Erneuerung der Badeanlage, selbstverständlich nicht in vollem Umfang zahlen kann.

Abgesehen vom bescheidenen «Selbstfinanzierungsgrad» ist der Haushalt fit. Der Deckungsgrad beim Eigenkapital liegt 2016 weit über dem verlangten Minimum von 30%; die Nettoschuld von 1566 Franken je Einwohner gilt als massvoll und das Haushaltsgleichgewicht als intakt. Trotz der stabilen Finanzsituation scheint der vom Grossen Rat ab dem Jahr 2017 beschlossene Steuerfussabtausch – der Kanton erhöht seinen Steuerfuss um 4%, die Gemeinden senken ihren Steuerfuss um 4% – nicht in Stein gemeisselt.

In der Bremgarter Finanzplanung 2016 bis 2025 jedenfalls ist als Steuersatz nicht 93% eingetragen, sondern weiterhin 97%. Stadtammann Tellenbach relativiert: «Das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen, alles ist offen. Erst in einem Jahr wird unser Steuerfuss 2017 verbindlich fixiert.»

Keine brisanten Geschäfte

Strittige neue Geschäfte stehen an der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember im Casino Bremgarten nicht zum Beschluss. Abgestimmt wird über zwei Kreditvorlagen: die Sanierung und Erweiterung der Sportanlage beim Schulhaus Isenlauf für 500 000 Franken und der Rückbau des Kugelfangs bei der ausgemusterten Schiessanlage Hermetschwil zu Bruttokosten von 246 000 Franken.

Im Weiteren befindet die «Gmeind» über eine kleine Umzonung auf dem Bahnhofareal und einer Tarifanpassung bei Feuerwehreinsätzen. Zudem sollen ab August 2016 die Lücken bei den Blockzeiten der 1. und 2. Primarschulklassen mit Doppellektionen sowie Betreuungs- und Sportstunden geschlossen werden, dies zu Mehrkosten von rund 27 000 Franken im Jahr.

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