Wohlen

Die FDP will die Frage der «Stadterklärung» neu lancieren

FDP-Parteipräsident und Einwohnerrat Samuel Keller mit Dorf oder Stadt Wohlen im Hintergrund.

FDP-Parteipräsident und Einwohnerrat Samuel Keller mit Dorf oder Stadt Wohlen im Hintergrund.

Im Zuge der geplanten Verwaltungsrevision regt die FDP an, dass in Wohlen auch die Frage neu diskutiert wird, ob Wohlen ein Dorf bleiben oder eine Stadt werden soll.

2009 erlitten der Gemeinderat und eine grosse Gruppe von Unterstützern an der Urne eine mächtige Abfuhr: Bei einer Stimmbeteiligung von 49,7 % wollten 2251 Stimmberechtigte, dass Wohlen ein Dorf bleibt. Nur 1583 votierten für die Stadterklärung. Die SVP, welche sich als einzige Partei gegen das Begehren gestellt und auch das Referendum ergriffen hatte, feierte ihren 60:40-Sieg frenetisch.

«Man hat mich gewarnt. Was damals nicht geklappt hat, wird auch acht Jahre später nicht klappen», sagt Samuel Keller, Einwohnerrat und Parteipräsident der FDP Wohlen. Dennoch will seine Partei das Thema erneut aufs Tapet bringen. Und zwar einstimmig: «Im Grundsatz sind wir uns einig, dass die Zeit dafür reif ist. Die Meinungen gehen lediglich bei der Frage auseinander, ob direkt im Rahmen der laufenden Verwaltungsrevision darüber befunden werden soll.»

Wenn schon, denn schon

Für Keller ist die Sache klar: «Wenn wir schon die Wohler ‹Verfassung› ändern, dann muss dieses Thema mit einfliessen und breit diskutiert werden. Eine idealere Gelegenheit dazu gibt es kaum.» Er sieht keinerlei Nachteile für Wohlen, wenn das Dorf von der (offiziellen) Gemeinde zur (offiziellen) Stadt würde: «Ich habe insbesondere die allfälligen Kosten abgeklärt. Sie liegen praktisch bei Null.

Ein paar kleine Anpassungen bei der Beschriftung des Gemeindehauses und schon hat es sich.» Die Drucksachen der Gemeinde beispielsweise, meint Keller, müssten nicht angepasst werden. Sie seien aktuell so gestaltet, dass man sie auch dann weiter verwenden könne, wenn aus der Gemeinde Wohlen die Stadt Wohlen werde.

Der Vorteil einer Stadterklärung liegt für Keller vor allem in der Wirkung nach aussen. Wohlen, davon ist der FDP-Parteipräsident überzeugt, könnte sich als Stadt wesentlich besser verkaufen. Er bringt ein konkretes Beispiel: «Ich bin sicher, dass die SBB einer Stadt Wohlen einen Schnellzugshalt eher zugestehen würden als der Gemeinde Wohlen.»

Verwandtes Thema:

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

Meistgesehen

Artboard 1